Nachrichten aus Psychiatrie und Selbsthilfe

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01.05.2008

NOMINIERT "Balsam für die Seele" 2007 «GEDICHTE»
Schreib-, Grafik- und Fotowettbewerb der Redaktion Lichtblick
1. Februar 2007 bis 28. September 2007 (BEENDET !)








Gedichte

Rubrik FOTOS Rubrik GEDICHTE
Rubrik MALEREI Rubrik TEXTE (Kurzgeschichten)

Seelenbalsam

Balsam der Seele kann allein
schon eines Kindes Lächeln sein.
Ein freundlicher Gruss in trüben Tagen
kann Licht schnell in die Seele tragen.
Etwas Verständnis für Leid und Schmerz
bringt Trost in ein betrübtes Herz.
Das Gefühl "Ich bin nicht allein"
kann Balsam für die Seele sein.
Oft hilft auch ein stilles Gebet,
das Frieden in die Seele weht.


Frieden

Dein Lächeln macht mich froh.
Deine Schritte an meiner Seite
schützen mich vor der Einsamkeit.
Gemeinsame Stunden in der Natur
bringen den Zauber der Schöpfung
friedevoll in unsere Herzen.
Lass uns diesen Augenblick festhalten.
Die Seele kann baumeln und entspannt sich.
Stille Zeit -  endlich angstfrei innehalten.
Bleib bei mir - du Frieden dieses Tages!


Neubeginn

Wunden, die langsam verheilen.
Sorgen, die endlich enteilen.
Kummer, der verfliegt.
Last, die nicht mehr auf mir liegt.
Zärtlichkeit ohne Forderung.
Neubeginn voll frischem Schwung.
Verstanden sein von Herzen
und Tage ohne Schmerzen.
Selbst ein Lächeln ganz allein
kann Balsam für die Seele sein.


Jesus

Kennt ihr den, der für euch gelitten hat?
Der geweint hat über die Seelennot der Menschen.
Wisst ihr von dem, der aus Liebe heilte ohne nach
Vergütung und Anerkennung zu fragen?
ER richtete nicht - sondern vergab.
ER kämpfte nicht - sondern versöhnte.
ER brachte das Leben - wo der Tod schon war.
Kennt ihr den, der wiederkommen will?
Wisst ihr, wer mein Jesus ist?
Lothar Lemke



Licht in der Dunkelheit

Dunkle Zeit
verdüstert mein Herz
es fühlt den Schmerz
der Einsamkeit

Dunkle Gedanken
begleiten mich
doch werde ich
vor ihnen nicht wanken

Dunkle Gestalten
ziehen vorbei
im trüben Einerlei
des Wintertags, des kalten

Herein bricht die Nacht
da, plötzlich ein Licht,
das zu mir spricht
und Mut mir macht

Dazu noch ein Singen
von heiterem Chor
dringt an mein Ohr
und will nicht verklingen

Ich jubele laut
und stimme mit ein
will glücklich nur sein
das Eis in mir taut
Edith Mandler
64859 Eppertshausen

Nur noch einmal

Nur noch einmal
schnell vor dem Bügeln
den Stift zur Hand
nehmen
und mich
ganz in mich
versenken

Nur auf
mich lauschen
und mein Innerstes
zu Wort kommen
lassen

Nur noch einmal
schnell eintauchen
in die Verzauberung
der Worte,
die sich im Einklang
mit mir
auf dem Papier
wiederfinden

Nur noch einmal
schnell der äußeren
Welt den
Zutritt verwehren
und ganz auf
den Gleichklang
in mir
abgestimmt sein

Nur noch einmal
schnell ein
paar Minuten Glück
der geschäftigen
Zeit stehlen
und mir selbst
schenken
Edith Mandler
64859 Eppertshausen



Ein Lächeln vielleicht

Meine Beine können nicht laufen,
sie liegen ganz still.

Meine Hände nicht greifen,
auch nicht, wenn ich will.

Meinen Kopf kann ich nicht halten,
die Stütze hält ihn für mich.

Doch meine Augen können sehen,
sie sehen auch dich.

Ich frage mich, was du im Augenblick denkst,
ob du wegschaust, oder ein Lächeln mir schenkst.

Bleibst du jetzt stumm, oder sprichst du mit mir?
Ich unterhalte mich gerne, auch mit dir.

Wenn ich dann spüre, dass du mich magst
und nicht nach meiner Behinderung fragst,

bekommt auch mein Leben einen Sinn,
es fällt mir leichter, dass behindert ich bin.
Björn Stommel
53809 Ruppichteroth

Entnommen aus:
"Ein Lächeln vielleicht"
Doris-Verlag
(Eigenverlag)
ISBN 3-00-013569-3

Mittelsaurenbach 3
53809 Ruppichterroth
Tel. / Fax:
02295 903658
E-Mail:
DoSto-He@t-online.de



Für meinen behinderten Freund

Für dich, mein Freund, schreib' ich heut'
ein paar Zeilen,
weil bei dir oft meine Gedanken verweilen,
deine gute Laune steckt täglich mich an,
deine Fröhlichkeit zieht mich in deinen Bann.

Dein Leben, es bedeutet soviel Verzicht,
doch deinen Optimismus dämpft das nicht,
darf ich andere Menschen mit dir vergleichen,
sie können dir nicht das Wasser reichen.

Du kannst nicht laufen, dich kaum bewegen,
doch deine Lachmuskeln ständig sich regen,
dein Anspruch ans Leben ist sehr bescheiden,
und Mitleid von anderen kannst du nicht leiden.

Bedauernde Blicke können dich nicht kränken,
und tröstende Worte darf man sich schenken,
du gibst soviel mehr als andere dir geben,
kannst zufrieden mit deiner Behinderung leben.

Es macht mich glücklich,
wenn ich nur an dich denk',
dich zu kennen - ist mein schönstes Geschenk.
Doris Stommel-Hesseler
53809 Ruppichteroth

Entnommen aus:
"Ein Lächeln vielleicht"
Doris-Verlag
(Eigenverlag)
ISBN 3-00-013569-3

Mittelsaurenbach 3
53809 Ruppichterroth
Tel. / Fax:
02295 903658
E-Mail:
DoSto-He@t-online.de

Foto:
Björn & sein
Neffe Elias



Buchführung für meine Seele

Ein ehrlicher Croupier saß am Tisch,
strich ein und zahlte aus:
Münze um Münze,
Blatt um Blatt.
Ich schulde nichts und
Niemandem etwas
Ich habe bezahlt
Mit der Stille, die gewellt ist.
Münze um Münze
Habe ich zurückgegeben
Und bin nichts schuldig geblieben.
Es blieb die Stille,
die gewellt ist.
Und nur mit Leid erkauft
Ist die Münze, die zählt.
Linda Zenner
24340 Eckernförde



Sehnsucht

Sehnsucht nach Menschen,
die nach Liebe und Wahrheit streben.

Ich habe Sehnsucht nach Menschen,
die Wärme und Geborgenheit ausstrahlen.

Sehnsucht nach Menschen,
die die Welt erhalten und schützen.

Ich habe Sehnsucht nach Menschen,
die für Frieden und Freiheit stehen.

Sehnsucht nach Menschen,
die für Freude und Harmonie sind.

Ich habe Sehnsucht nach Menschen,
die für Gerechtigkeit und Gutes auf dieser Welt kämpfen.

Ja, das ist meine Sehnsucht!


Meine Seele

Meine Seele ist so rein wie ein Glas klares Wasser.
Meine Gedanken sind manchmal durcheinander.
Vieles schwirrt in meinem Kopf herum
Und ich möchte sagen warum.
Weil es vieles noch zu entdecken gibt,
meine Seele habe ich lieb.


Der 1. Mai

Hallo Leute
Zum 1. Mai grüße ich Euch heute,
von ganzen Herzen
am 1. Mai blühen festlich die Nelken.

Ein Licht geht auf
wir gehen nach Haus,
und feiern ganzen lieben Tag,
mal sehen was der 1. Mai so bringen mag.

Am 1. Mai wird getanzt, gefeiert und gelacht
den ganzen Tag am 1. Mai sagt die Arbeit
mal gute Nacht.

Der 1. Mai ist ein wunderschöner Tag
wo man sagt hurra, hurra
der 1. Mai ist da.
Aus: Phantasie der
Emotionen - Berichte
und Gedichte von
Marco Körk
(Eigendruck 2007)

18225 Kühlungsborn



Gedankenfluss

Weiden sich im Winde wiegen
spiegeln sich im Wasserglanz
und im Anlitz der Libelle
üben Mücken ihren Tanz
Vögel zwitschern zum Konzerte
Frösche quaken im Tenor
und vor Neugier sich nicht haltend
gucken Stichlinge hervor
An manch schönen Sommerabend
verweilt man gern an diesem Ort
an der Schönheit sich wohl labend
trägt der Fluss Gedanken fort
Melanie Mrosek
47445 Moers



Leben

Sandra



Solange der Wind
noch durch die Blätter
geht
soll auch mein Atem sie
umwehen
solange die Amsel mein
Gemüt wiegt
soll kein Tag ohne
sie vergehn
solange du mir in
die Augen blickst
und
wir uns dort begegnen
solange will ich
leben


Mecklenburg

Und wieder
zaubert diese
Landschaft
warme Freudenperlen
in mein Herz
wie wundersam
Gram und
Leid entschwinden
wie sanft, wie sanft
sich das Leben wiegt


Morgengebet

die nacht tropft von den Bäumen
laut klingt die Sinfonie des Gartens
what a beautiful morning
ich bin ein Mensch
und
alles ist GUT


Mein Märchen

diese zauberwarmen
Nächte, einige nur
sie zeigten mir deinen
Schlafatem
ein Prinz unter Sternen
zauberschön
Silke Busch
18059 Rostock



Wandelnde Psyche

Oh, nein!
Zuerst noch einfühlsame Gespräche,
abgelöst vom Fantasieüberschuss.
Blitzartig übergreifend zur Wildheit,
die wiederum Aggression herausschmettert!

Was geschieht mit diesen Menschen?
Unseren Verwandten und Freunden?

Was zerstörte das zarte Gefühlskostüm?

Überladen?
Überdreht?
Verrückt?

Vielleicht seelischer Notruf?
Zusammenbruch des Systems?
Hoffnung auf Hilfe im tiefsten Ich?
Suche der wahren Werte?
Bereicherung durch eine sonderbare Welt?


Genesung

Klein die Hoffnung,
stark die Medizin,
Doch? Notwendig!

Wiederherstellung,
Klarheit im Kopf,
Freude im Innern.

Normal für den Rest der Welt.
Befreit? Gesund!
Genesen und Heil.
Momentan?
Ella Schneider
88422 Oggelshausen



Lebensquelle Natur

Gedicht: Lebensquelle Natur Ingrid Wemheuer
30419 Hannover



Zauber

Wind
Du lieblicher
Höre deinen Gesang
Du duftest nach Sommer
Nach Blumen und Flieder
Ich mag deinen Atem auf meiner Haut
Für dich sing ich neue Lieder

Wind
Du lieblicher Sommerwind
Ich spür deinen Hauch in meinem Harr
Du schützt mich vor der Sonne Glut
Dein Duft ist so rein und klar

Wind
Du lieblicher Sommerwind
Jetzt kenne ich deinen Namen!
Ach Wind, du mein schönstes Sommerkind!
Tanze mit mir durch die Wolken!

Ich lieb es, wenn du mich umwehst
Meinen Mund küsst
Mit mir gehst
Da wo du bist, will ich sein
Ach liebster Wind nur du allein!
Wär ich ein Blatt, dass du umschmeichelst...

Du bist der Pfad zur Seeligkeit
Die Erlösung
Der Vorbote des Glücks
Ach liebster Wind
Ich fühl die Wärme, wenn du bei mir bist

Mein liebster Wind
So bleibe doch
Verweil an diesem Ort
Ohne dich kann ich nicht sein!
Ach nimm mich mit dir fort...


Für meine Großmutter

Du hast schon viele Gesichter gesehen
Gesichter des Lebens
Sie war 'n oft nicht schön
Doch du bist immer du selbst geblieben
Gabst dich nie auf und gingst deinen Weg

Du hast schon viele Schläge erhalten
Schläge des Schicksals
Sie zerrissen dein Herz
Du musstest auch viele Qualen erleiden
Qualen des Kummers
Qualen des Schmerz
Der dich hat niemals versteinern lassen
Denn die Hoffnung
Sie trieb dich voran

Du hast schon viele Menschen verloren
Menschen, die du hast geliebt
Doch deine Liebe ist niemals erloschen
Warst stets für uns da
Fielen wir noch so tief

Du hast schon viele Arbeit getan
Arbeit, die hart war und schwer
Trotzdem hast du weiter gerackert
Denn viele Hände, die schaffen ja mehr

Du hast schon viele Gebrechen gehabt
Dich aber niemals beklagt
Wie oft hast du mir ins Gesicht gelacht
Und gesagt: "Es kommt auch wieder ein neuer Tag!"

Du hast schon viele Dinge erfahren
Dinge an Wissen und Güte
Auch Dinge, die dein Leben prägten
Du hast nie viel genommen
Nur immer gegeben

Dein Glaube
Er gab dir die Kraft
So zu sein wie du bist
Mit deinem offnen Herzen
Und deiner nie endenden Wärme
Die auch heute noch allgegenwärtig ist
Werde ich deiner immer gedenken
Wenn mir die Hoffnung einst schwindet

In Gedenken an dich, Omi. Von deiner Enkelin Liane und von den Mensch von denen du immer geliebt wirst und unvergessen bleibst. Liane Helms


Des Herzens Wahrheit

Der Schmerz
Er ist mein Freund geworden
In dieser weiten Welt
Die Trauer
Sie hält mir die Hände
Was mein Auge nicht verschmäht

Ich höre, sehe, spüre alles
Was das schwarze Loch umgibt
Die Sünde ist nicht auszumerzen
Vom ersten bis zum letzen Glied

Sie bleibt bestehen kann nicht vergessen
Dieses alte Klagelied
Das sich wie ein blutges Rinnsal
Durch unser aller Leben zieht

Auch heute sind die Geister hier
Sie leben in den jungen fort
Viele sind vom Hass beseelt
Ihr Herz es ist ein dunkler Ort
Alle die der Klugheit frönen
Sich wie ein Messer in sie bohrt
Ich höre ihre stummen Schreie

In mir da regt sich Widerstand
Ich kann der schwarzen Wand nicht weichen
Die mein ganzes sein bestimmt
Ich will so sehr dass wir vermeiden
Das dieser Hass uns alles nimmt


Aus meiner Sicht

Das Leben hat viele Gesichter
Obwohl ich noch jung bin
Fühl ich mich manchmal alt

Aus werden wird bald
Die Vergangenheit

Die Zeit
Sie schreitet geschwind voran

Und ich bin ein Kind
Dass nicht wachsen kann
In diesem Frauenkörper

Täglich erleb ich Vergänglichkeit
Ich hab so viel vor
Doch wo ist die Zeit?

Vieles scheint mir
Wie gestern gewesen

Ich schreite und schreite
Der Zukunft entgegen
Mit Ungewissheit und Angst?

Wie wird es sein?
Im Rest meines Lebens?

Wir verändern uns alle
Es gibt keinen Halt!

Nichts ist vergebens
Aus morgen

Wird Bald...
Liane Helms
18109 Rostock



Symptomatik gelernt

Gut oder Schlecht drauf
ist das mein Lebenshauch
Ob Perfekt oder nicht,
noch warte ich auf das Licht

Gefühle, wie sie in mir beben,
ich dachte ich bin im falschen Leben.
Im tiefen wie in hohen Zeiten,
werden sie mich begleiten.

In der Not schlitzte ich Arme und Beine auf,
dabei nahm ich alles in Kauf.
Druck auf der Brust, machte mich irre,
mein Kopf war ganz wirre.

Außenstehende Hilfe sah ich nicht,
es hat mich gekriegt in diesem Gedicht,
nun muss kommen ein Licht,
sonst frisst mich das Ich.

Vor alles hat man Angst,
nun reicht‘s und langt‘s.
Keine Kräfte mehr,
ich wünsche mir mein Leben sehr.

Hurra, die Hilfe ist da,
das fand ich wunderbar.
Nun hat es keine Chance mehr,
jetzt werde ich wieder mein eigener Herr.

Jetzt kommt der Kampf in meinem Saal,
mir bleibt keine andere Wahl.
Schaffen tue ich das bestimmt.
sonst wäre ich nicht das Himmlische Kind.

Hurra, ich hab‘s geschafft,
jetzt habe ich wieder Kraft.
Ich bin noch nicht ganz wie zuvor,
aber offen steht das Gewinnungstor.
Susann Reimer
17424
Seebad Heringsdorf



Sonne im Herzen

Sonne im Herzen

Gedicht mit
Buntstiftzeichnung
entstanden im
Garten beim Sonnen

Sigrid Burchard
Tagesstätte
"Steg Greifswald"
17489 Greifswald



Du bist Du - Ich bin Ich ...

Du bist Du
ich bin ich
und er?
kannst Du seine Gedanken lesen!?
kannst Du Meine Gedanken lesen?!
Fühle ich wie er?
Fühlst Du wie ich?
Was denkt er jetzt?
Ob er wohl glücklich ist - so wie es ist?
Bin Ich glücklich - so wie es ist?
Und Du - was ist Glück für Dich?
Barfuß im Gras Laufen ? - das kann er nicht!
Den Sonnenaufgang betrachten? - das kann er nicht!
Sich mit Freunden treffen, Blödsinn machen, sein eigener Herr sein -
nein!
Ich schau in seine Augen, streiche über sein Haar -
er lächelt, es tut ihm gut -
Das ist Mein Glück!
Und Du?
Weißt Du was ich meine?
Ich wünschte Du könntest es fühlen mein Glück!
Elke Chandler
89231 Neu-Ulm



Ich wär' so gern normal

Vorwort zum Beitrag "Ich wär' so gern normal" von Heinrich Berger und Marianne Pregel zum Wettbewerb der Redaktion Lichtblick "Balsam für die Seele".

Was ist eigentlich "normal" und was nicht? Darüber haben sich schon viele kluge Leute die Köpfe zerbrochen. Viele Menschen, die die Erfahrung einer Psychose oder einer anderen psychischen Erkrankung machen mussten, sehnen sich sehr nach Gesundheit und Normalität in Bezug auf Beruf, soziale Kontakte u.s.w., so der erste Teil des Liedes.

Unsere gesellschaftliche Normalität hat aber mehr als diese erstrebenswerten, gut nachvollziehbaren Werte; die andere Seite der Normalität kann, kritisch betrachtet, problematische Aspekte haben: Ichbezogenheit, Materialismus, Wohlstandsfolgen, so dass doch wieder die körperliche und psychische Gesundheit bedroht sein können.

Deshalb: überhöhte Ansprüche an mich selbst oder der Wunsch, möglichst gesellschaftskonform zu leben, können krank machen!

Vielleicht sollte man also lieber versuchen, sich so zu akzeptieren, wie man eben ist: " Ich bin so, wie ich bin. Das, nur das macht doch Sinn …"

Das wäre nach unserem Verständnis auch "Balsam für die Seele".

Marianne Pregel und Heinrich Berger im September 2007
81543 München




Die Tulpe

Ich bin wie eine Tulpe,

wenn der Frühling vor der Türe steht
und der Schnee in Regen übergeht,
wenn die Wälder wieder zu sprechen beginnen
und Vögel wieder ihre Lieder singen,
wenn die ersten Sonnenstrahlen die Erde berühren
und die Tiere wieder Gespräche führen,
dann erkämpfe ich mir durch den kühlen Boden,
meinen Weg nach oben;

wenn die Sonne am Horizont lacht
um ihre warmen Strahlen auszusenden,
dann entfalte ich meine ganze Farbenpracht,

um dem Menschen Freude zu spenden;

wenn der Wind die Lüfte kühlt
und der Regen die Seen füllt,
dann verhülle ich auch bei Tageslicht,
mein leuchtendes Angesicht,
dann bleibe ich mit mir allein
und hülle mich in Schweigen ein,

denn eine Tulpe braucht zum Leben
nicht nur den Sonnenschein, sondern auch den Regen.

© Juliane Michels, September 2007
Juliane Michels
50735 Köln

Vergänglichkeit

Wenn die Winterlinge ihre Samen sprühen
und die ersten Zierkirschen blühen,
wenn die Krokusse aus der Erde schießen
und die ersten Tulpen sprießen,
wenn die Vögel beginnen ihre Lieder zu singen
und die ersten Sonnenstrahlen den Grauton durchdringen,
wenn sich die Schneekristalle
zu funkelnden Seen ballen,
dann weiß ich,
dass sich der Winter verabschiedet hat
und dem Frühling Platz gemacht hat;
und ich freue mich.

Wenn dann der Krokus wieder verwelkt
und die Zierkirsche vom Baume fällt,
wenn die Tulpe wieder ihr Haupt senkt
und die Rose der Welt ihre Schönheit schenkt,
wenn die Rittersporn ihre Häupter empor strecken
und Sonnenblumen die grüne Wiese bedecken,
wenn die Sonne am Horizont steht
und sich der Baum sanft im Winde weht,
dann weiß ich,
dass sich der Frühling verabschiedet hat
und dem Sommer Platz gemacht hat;
und ich freue mich.

Wenn die Bäume dann wieder kahlen
und die Blätter von den Rosen fallen,
wenn heftige Winde über die Erde jagen
und die verwelkten Blätter in die Ferne tragen,
wenn abends die Regentropfen
leise an die Fenster klopfen,
wenn sich die Sonne wieder auf die Reise macht
und der Mond am frühen Abend lacht,
dann weiß ich,
dass sich der Sommer verabschiedet hat
und dem Herbst Platz gemacht hat;
und ich freue mich.

Wenn dann die Stürme weiterziehen
und die Regentropfen wieder in den Himmel fliehen,
wenn der Schnee leise auf die Erde fällt
und das kahle Land erhellt,
wenn Tropfen zu Eiszapfen gefrieren
und Eisblumen die Fenster verzieren,
wenn sich die Natur in Schweigen hüllt
und Stille die Erde umhüllt,
dann weiß ich,
dass sich der Herbst verabschiedet hat
und dem Winter Platz gemacht hat;
und ich freue mich.

Doch plötzlich blicke ich in Dein Gesicht,
aus dem ein ganzes Leben spricht,
in dem tiefe Falten
Über Deine Schönheit walten,
und bei dem Gedanken an die Vergänglichkeit
fällt sich mein Herz mit Traurigkeit,
denn Dich,
gibt es nur einmal für mich.

© Juliane Michels, September 2007

Juliane Michels
50735 Köln

Der Regenbogen

Ich schenke dir einen Regenbogen,
er soll deine graue Welt erhellen
und dich daran erinnern,
das nach jedem Regen
auch wieder die Sonne scheint.

© Juliane Michels, September 2007

Juliane Michels
50735 Köln

Der Rosengarten

Du sagtest,
das Leben sei kein Rosengarten,
also hörte ich auf zu warten
und gab mich zufrieden mit dem was es gab,
auch wenn es nur wie Unkraut aussah.

Doch eines Tages
konnte ich den Garten sehen,
ich sah eine Rose neben der anderen stehen.
Ich habe an den Rosen gerochen
und mir dabei in die Finger gestochen.

Warum sagtest du,
das Leben sei kein Rosengarten?

© Juliane Michels, September 2007

Juliane Michels
50735 Köln



Was ist Balsam für die Seele?

Balsam verspricht Linderung, zwei Silben ein zartes Wort.
Balsam verspricht Linderung, gibst du es aus Liebe fort.

Ein Sonnenstrahl am Morgen, bringt Freude dir für den Tag,
er ist Balsam für deine Seele, was immer auch kommen mag.

Die Nachtigall schickt ihren Lockruf hinaus über Wiese und Feld,
es ist Balsam für deine Seele, der Alltag sich erhellt.

Um dich das Wachsen und Werden, nimmst du es mit Freuden auf,
ist Balsam für deine Seele, bestimmt deinen Lebenslauf.

Balsam für die Seele, kannst immer du empfinden,
musst die Augen öffnen, die richtigen Wege finden.

Balsam für die Seele, kannst immer du verschenken,
musst immer nur an die richtigen Worte denken.

Dein Enkel nimmt zärtlich dich in den Arm,
du freust dich, es wird dir im Herzen ganz warm.

Die Worte und Gesten vom Enkelkind,
Balsam für deine Seele sind.

Dein Urenkel fängt an zu plappern, jedes Wort ein neuer Schritt,
es ist Balsam für deine Seele, du schreitest freudig mit.

Balsam für die Seele, kann weltweit umfassend sein.
Balsam für die Seele, kann auch Trost sein, für dich allein.

Balsam für die Seele, im Leben das dich umgibt.
Doch eines ist sehr wichtig, du weisst, du wirst geliebt.
Heike
...

Ein Lächeln - Balsam für die Seele

Ein Lächeln von deinem Kind, bist du auch schon ein Greis,
ist Balsam für deine Seele, ist dir ein Liebesbeweis.

Ein Lächeln am frühen Morgen, bringt Freude dir für den Tag,
ist Balsam für deine Seele, was immer auch kommen mag.

Ein Lächeln, sei dir es gegönnt nur einen Augenblick,
ist Balsam für deine Seele, bringt dir Erinnerungen zurück.

Empfängst du mal ein Lächeln, nach einem heftigen Streit,
es ist Balsam für deine Seele, du bist zur Versöhnung bereit.

Ein Lächeln kannst du nicht kaufen, nicht für alles Gold dieser Welt,
doch als Balsam für deine Seele, wiegt es auf alle Güter der Welt.

Und Eines noch bedenke, wer nicht lächeln kann ist allein,
Dein L. ist Balsam für seine Seele, um wieder glücklich zu sein.

Doch wer ein L. kann geben, der kann sehr glücklich sein,
er gibt Balsam für die Seele, grad` wie der Sonnenschein
Heike
...

Balsam für die Seele geschöpft aus der Natur

Im Frühling ganz zarte Knospen,
wie Samt die Äste bedeckt.
Als Balsam für die Seele,
von der Sonne zur Blüte geweckt.

Im Sommer trillert die Amsel, draußen im grünen Tann.
Du hörst sie und bleibst stehen, du bist in ihrem Bann.
Ja Balsam für die Seele,
kommt aus Ihrer Kehle.

Im Herbst, wenn die Drachen steigen,
die Ernte ist eingebracht.
Möchte die Natur uns zeigen,
was sie alles so vollbracht.

Als Balsam für die Seele,
kommt der bunte Malersmann.
Färbt Wiesen und die Wälder,
malt bunt die Blätter an.

Im Winter wenn Eiskristalle die Erde schon bedeckt,
mit roter Nase der Schneemann, uns vor der Haustür schreckt.
Kommt wieder dir ein Kindertraum,
als Balsam für die Seele, beim Schneemann bau`n.

Viele kleine Regentropfen haben die Tulpe geweckt,
die nun ihr Blütenköpfchen der Sonne entgegen streckt.
Dieses wunderschöne Wachsen und Werden,
ist Balsam für die Seele auf Erden.

Ein bunter Regenbogen überspannt unser Land,
von Millionen Regentropfen an den Himmel gebannt.
Er soll Balsam für unsere Seele sein,
dieser bunte Bogen bei Regen und Sonnenschein.

Hoch droben am Himmel die Kraniche ziehen,
sie wollen in den Süden, der Kälte entfliehen.
Du schaust Ihnen nach mit traurigem Blick,
doch als Balsam für deine Seele, kommen sie im Frühling zurück.

Es ist Balsam für die Seele,
wenn die Sonne strahlend winkt.
Es ist Balsam für die Seele,
wenn Mond und Sterne am Himmel blinkt.

Es ist Balsam für die Seele,
wenn der Bauer die Saat ausbringt.
Es ist Balsam für die Seele,
wenn er im Herbst die Ernte einbringt.

Balsam für die Seele,
ist der laue Sommerwind.
Wenn die Kinder lustig baden,
auf der Wiese fröhlich sind.

Balsam für die Seele,
ist die gesamte Natur.
Wir müssen sie nur begreifen
und schützen Wald und Flur.

Doch Balsam für die Seele,
kommt nicht von ganz allein.
Balsam der Seele zu geben,
muss uns ein Bedürfnis sein.
Heike
...

Foto Wettbewerb "So leben wir"


Die Aktion wird durch die Janssen-Cilag GmbH unterstützt.

Janssen-Cilag GmbH

Selbsthilfe-Schreibwerkstatt Tyson & Frieda gegen Ausgrenzung Portrait Tyson und Frieda

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