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Abstract von W. Schöny (Linz, A)
Sehr früh haben sich die österreichischen Fachgesellschaften entschlossen, an dem internationalen Programm der World Psychiatric Association (WPA) zur Bekämpfung der Auswirkungen von Stigma und Diskriminierung bei Menschen, die von Schizophrenie betroffen sind, teilzunehmen.
In einem Zusammenschluss einiger wesentlicher psychiatrischer Fachgesellschaften kam es zur Bildung eines Steering-Committees, welches interdisziplinär unter Einschluss von Betroffenen und Angehörigen sowie aller Bundesländer zusammengesetzt war. Es wurde ein Programm beschlossen, welches auf drei Pfeilern stand, einerseits eine allgemeine Aktion zum sichtbar machen des Problems mit Fernsehspots, intensiven medialen Aktivitäten und einer Hotline.
Zweitens wurden gezielt Berufs- und Personengruppen informiert und aufgeklärt, vor allem Gruppen aus dem Gesundheits- und Sozialbereich, Schulen, Exekutive, aber auch Allgemeinbevölkerung, und drittens gabe es eine Fülle von regionalen Aktivitäten sowohl im PR-Bereich wie auch in Form von Informationsveranstaltungen.
Insgesamt sollte das Programm flächendeckend wirksam werden, wobei die Aktivitäten personenabhängig in den verschiedenen Regionen unterschiedlich intensiv durchgeführt wurden.
Zur Einleitung wurde eine Untersuchung durchgeführt, bei der repräsentativ österreichweit die Einstellung zum Thema Schizophrenie hinsichtlich Kenntnis des Begriffes, Heilungschancen, Behandlungsmöglichkeiten, Gefährlichkeit usw. erhoben wurden. Befragt wurden Allgemeinbevölkerung, Journalisten, Allgemeinärzte, Fachärzte, Pflegepersonal und Sozialarbeiter sowie Angehörige. Diese Untersuchung soll nach Abschluss des Programms wiederholt werden, um etwaige Veränderungen festzustellen. In einer Zwischenerhebung konnte erhoben werden, dass immerhin mehr als 18 Prozent der Bevölkerung die vermehrten Aktivitäten bezüglich medialer Präsenz zum Thema Schizophrenie feststellen konnten. 13 Prozent hatten den Fernsehspot, der 4 Monate zuvor etwa 30 mal auf verschiedenen Programmen zu guten Zeiten gesendet wurde, noch in Erinnerung.
Diese Werte sind relativ hoch und weisen auf die Durchdringung der Maßnahmen hin. Wenn das offizielle Programm bzw. die Kampagne demnächst abgeschlossen wird, verstehen wir allerdings den Auftrag, weiterhin intensivst Öffentlichkeits- und Aufklärungsmassnahmen zum Thema Schizophrenie und psychische Erkrankungen in Österreich durchzuführen. Dies gilt insbesondere für die Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen, wo sich anhand der Untersuchung gezeigt hat, dass eine Reihe von Fehl- und Vorurteilen bestehen. Besonders wirksam und treffsicher hinsichtlich der eingeschlagenen Maßnahmen haben sich die in fast allen Bundesländern konsequent durchgeführten Schulprogramme erwiesen.
Symposium: "Antistigma-Programme in der Psychiatrie - Ziele, Maßnahmen,
Wirksamkeit aus unterschiedlicher Perspektive.
DGPPN-Kongress Berlin, 27. - 30. November 2002
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