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"Gefangen in seiner inneren Welt" ist ein authentisches Erzählwerk einer Mutter über ihren Sohn, der vor zehn Jahren an einer Schizophrenie erkrankte. So prägnant der Titel, so prägnant auch die Handlung.
In der Schule bekam Jörg Schwierigkeiten, weil er nur das lernen wollte, wozu er gerade Lust hatte. Geduld und Ausdauer brachte er nur Dingen entgegen, die ihm Spaß machten. Später brach er mehrere Lehren ab, weil ihn das Betriebsklima störte. Die Eltern waren nicht glücklich mit seiner Entwicklung. Kaum war er volljährig, verließ er sein Elternhaus. Er kam nur noch, wenn er Geld brauchte. Später warf er ihnen mit bissigen Worten vor, dass er eine furchtbare Kindheit hatte.
Eines Tages rief die Schulleiterin einer Altenpflegeschule bei den Eltern an: "Ich muss ihnen leider sagen, dass Ihr Sohn auf uns einen verwirrten Eindruck macht. Er stellt oft Fragen, die absolut nichts mit dem Unterricht zu tun haben. Seine Kleidung, seine Körperpflege lassen auch sehr zu wünschen übrig. Wenn das so weiter geht, sind wir gezwungen, ihn von der Schule zu weisen." ... "Bitte sagen Sie ihm, dass er hier pünktlich und gepflegt zu erscheinen hat. Wir sind eine Krankenpflegeschule, da ist Sauberkeit das erste Gebot. ..."
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Rezensent
Roland Hartig |
Jörg, der seine Medikamente abgesetzt hat, mehrere Tage der Schule fern blieb, "verlor wieder einmal das so mühsam erarbeitete seelische Gleichgewicht". Wieder erleben seine Eltern seine entsetzlichen Wahnvorstellungen und seine höllischen Angstzustände.
In acht Kapitel hat die Autorin Christa Matys ihr 208 Seiten umfassendes Werk unterteilt: "Jörg kommt zurück", "Schrecken ohne Ende", "Psychiatrie", "Der Abstieg", "Die vorläufige Besserung", "Der Rückfall", "Die Wohngemeinschaft" und "Gutes Ende?". Jede Seite erreicht mich als Leser. Aufmerksamkeit, Verweilen, Zustimmung, Zurückblättern - dieses Buch zeigt auf, dass sich Engagement, Hoffnung und Geduld lohnen. Jörgs Brief an seine Eltern, veröffentlicht im letzten Kapitel, ist ein Lichtblick: "... Mit unendlicher Geduld stelltet Ihr immer wieder die Voraussetzungen für eine offene Begegnung her, ertrugt meine kränkelnden Eigenarten und spracht mir Mut und Zuversicht zu. Ihr wart die einzigen Menschen, die im Meer der Verlorenen den Weg zu mir fanden."
Die Autorin Christa Matys erklärte bei einer Buchvorstellung: "Das Schreiben, aber auch später der Kontakt zu Angehörigengruppen haben mir geholfen, meine tiefe innere Verzweiflung zu überwinden, und auch wieder Freude am Leben zu finden. Mein Mann und ich, haben es gelernt, unseren Sohn, so wie er ist, zu lieben und zu akzeptieren."
Diese Publikation hilft, reifer zu werden an Wissen, Erfahrung und Toleranz. Die Erlebniswiedergabe steht für hunderttausende "Angehörigengeschichten" in Deutschland. Lässt sich "Gefangen in seiner inneren Welt" verfilmen? Bestimmt. Man darf gespannt sein.
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