Nachrichten aus Psychiatrie und Selbsthilfe

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Lichtblick-Newsletter Nr. 169 vom 07.10.2005


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Lichtblick-Newsletter Nr. 169 vom 07.10.2005
Nachrichten aus Psychiatrie & Selbsthilfe (naps)
ISSN 1619-1927 (Deutsche Bibliothek)
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THEMEN

1. Alternativmedizin laut Stiftung Warentest meist wirkungslos
2. Fast drei Jahrzehnte in einer Psychosekte
3. Sachsen-Anhalt: Ausschuss für Psychiatrie stellt Bericht vor
4. Förderpreis unterstützt Menschen mit psychischen Erkrankungen
5. Erfolgreicher Start des "Schweriner Bündnisses gegen Depression"
6. Mecklenburg-Vorpommern unterstützt Psychotherapeutenkammer
7. Arzneimittelstudien öffentlich zugänglich
8. Leistungen für Familien auf einen Blick im Internet
9. Lichtblick Surftipp



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[1] Alternativmedizin laut Stiftung Warentest meist wirkungslos
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Falsche Heilsversprechen - Patienten im "unkontrollierten Selbstversuch"

Von ddp-Korrespondent Peter Leveringhaus

Berlin (ddp). Ayurveda, Bachblütentherapie, Geistheilung, Homöopathie - der
Markt für alternative Heilverfahren boomt. Etwa zwei Drittel der
Bundesbürger vertrauen mittlerweile auf derartige Therapien. Meist zu
Unrecht, lautet das Fazit der am Mittwoch in Berlin vorgestellten Studie
"Die Andere Medizin" der Stiftung Warentest. "Nur für ein Drittel der gut 50
von uns untersuchten alternativen Diagnose- und Heilverfahren lässt sich ein
sicherer und messbarer Effekt für die Gesundheit belegen", sagte die Autorin
der Studie, Vera Herbst. Dagegen weisen etwa zwei Drittel "keine
nachweisbaren Auswirkungen auf die Gesundheit auf und sind als Therapie
daher nicht oder nur wenig geeignet".

Ausgewählt wurden für die Studie Verfahren, für die es in der ärztlichen
Berufsordnung eine Zusatzbezeichnung gibt oder die in den Lehrinhalten für
den Erwerb der Zusatzbezeichnung "Arzt für Naturheilverfahren" aufgelistet
sind, die in den Lehrplänen der Schulen für Heilpraktiker aufgeführt sind
und solche, die zu den klassischen Naturheilverfahren gehören. Dazu fragte
Stiftung Warentest bei Lehrinstituten und Organisationen im deutschen
Sprachraum nach Unterlagen und klinischen Studien zu den jeweiligen
Verfahren nach.

Ebenso wurden Hersteller der relevanten Arzneimittel und technischen Geräte
kontaktiert, elektronische Datenbanken wie Medline, Embase und Ciscom sowie
diverse Fachzeitschriften gesichtet. "Entscheidend für die Beurteilung war
jeweils neben der ärztlichen Erfahrung die Frage: Gibt es gesicherte,
klinisch relevante Forschung zu den jeweiligen, untersuchten
Heilverfahren?", erläuterte Herbst.

Die Bilanz fällt wenig schmeichelhaft aus. "Viele Verfahren sind erstaunlich
schlecht untersucht", betonte Herbst. "Wissen die Patienten eigentlich, dass
sie sich sozusagen auf einen unkontrollierten, klinischen Feldversuch
einlassen?" Die Risiken würden ihrer Meinung nach unterschätzt. Für manche
Verfahren wie die Chirotherapie seien in den ausgewerteten Studien und der
Literatur sogar gefährliche Folge- und Nebenwirkungen wie Schlaganfälle und
neurologische Komplikationen dokumentiert.

Positiv zu bewerten sind den Testern zufolge Behandlungen mit Aromaölen,
wenn sie zur Steigerung des Wohlbefindens und zur Entspannung verwendet
werden. Auch einzelne etablierte Verfahren wie etwa Yoga seien, wenn sie wie
bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Rückenbeschwerden sinnvoll angewandt
werden, hilfreich. Bei Asthma, Arthrose, Angstzuständen, Depressionen und
Stress sei Yoga dagegen nur "wenig geeignet" und bei Beschwerden wie
Diabetes, Epilepsie und Tinnitus gänzlich "ungeeignet".

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte wies die Kritik scharf
zurück: "Mit diesem Urteil verunsichert Stiftung Warentest Millionen von
Patienten, die sich jährlich erfolgreich homöopathisch behandeln lassen und
stellt die homöopathische Ärzteschaft als Scharlatane dar", betonte Sprecher
Christoph Trapp. So seien die Studien zur Homöopathie "einseitig ausgewählt
und interpretiert" worden.

Auch der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) kritisierte die
Untersuchung als "fahrlässig". Studien der Berliner Charité an großen
Patientenzahlen zeigten, "dass die Homöopathie in der Praxis einer
konventionellen Behandlung oft mindestens ebenbürtig sei, betonte
BPI-Hauptgeschäftsführer Henning Fahrenkamp.

Hubert Primus, Bereichsleiter Publikation bei Warentest, verteidigte die
Studie gegen Kritik: Gerade angesichts knapper Kassen gehe die Studie in die
richtige Richtung. Die vom Bundessozialgericht gebilligte Kostenübernahme
der Krankenlassen für anthroposophische Medizin sehe man wegen der nicht
nachgewiesenen Wirksamkeit sehr skeptisch. Gegenwärtig erstatteten die
Krankenkassen jährlich rund 600 Millionen Euro für alternative Medikamente
und 1,4 Milliarden Euro für alternative Heilverfahren. Primus forderte den
Gemeinsamen Bundesausschuss auf, "den Leistungskatalog der Kassen für
alternative Heilverfahren zu überprüfen".



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[2] Fast drei Jahrzehnte in einer Psychosekte
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Ex-Scientology-Direktor W. Handl packt aus

PRESSEMITTEILUNG von Lichtblick-Newsletter (rh)

"53 Prozent bin ich wieder Mensch, 47 Prozent bin ich immer noch
Scientologe. Ich entdecke immer noch Muster", so wörtlich Wilfried Handl,
Ex-Direktor von Scientology Österreich in einem Pressegespräch am Freitag in
Berlin. Dabei stellte der Aussteiger sein Buch "Scientology: Wahn und
Wirklichkeit - 28 Jahre in einer Psychosekte" vor. Handl rückblickend:
"Anfangs schrieb ich aus reiner Selbsttherapie, tagebuchartig. Erst langsam
kam die Idee, daraus ein Buch zu machen." De facto arbeitete er drei Jahre
daran. Auch noch heute durchlebe Wilfried Handl, "ähnlich einem
Heroinsüchtigen", den Entzug.

Dass erstmals ein Österreicher, der verhältnismäßig hochrangige Funktionen
in der Scientology-Organisation (SO) bekleidet hat, jetzt auspackt - noch
dazu wo sich diese Vereinigung heute als Menschenrechtskommission
präsentiert - lässt aufhorchen. Selbst Wilfried Handls Lebenspartnerin, die
das Glück hatte, ihn vor seiner Zeit bei Scientology kennen zu lernen,
schreibt im Nachwort: "In unserer Beziehung werde ich auch heute noch mit
den Altlasten, im Sinne von irrwitzigen Glaubenssätzen, eintrainierten
Verhaltensmustern und einem sehr fraglichen Wertesystem konfrontiert." Handl
besuchte SO-Kurse, war Kursüberwacher, PR-Betreuer von "Kult&Magie" und
Leitender Direktor. Zum Geschäft gehörten ein "aufgeblasenes Ego", das
zentrale Mittel "Auditing", das scientologische Zauberkästchen "E-Meter",
der "Druck von oben", der "Druck von der Seite", die Hubbardsche "Ethik" und
der Datenmissbrauch. "Ich bin nicht nur Opfer von Scientology, sondern war
in all den Jahren auch Täter, der das 'Gesetz' L. Ron Hubbards in die Tat
umsetzte", so Wilfried Handl.

"Was sich heute in Scientology wirklich abspielt, wissen nur wenige,
vielleicht 50 Scientologen. - Was aber Scientology 'global' möchte,
beschreibt der Hubbard", sagte Handl, und erinnerte daran: "Auch Adolf
Hitler hat ja mal Mitte der 20er-Jahre bereits alles, was 20 Jahre später
gekommen ist, aufgeschrieben." Nach Handls Schätzungen gibt es in Österreich
höchstens 300 bis 500 Scientologen, in Deutschland etwa 3500. Bei
Scientology kursieren weit höhere Zahlen.

In Ansätzen verwies Handl darauf, wo die Gefahren von Scientology liegen. So
könne jeder mit ein wenig Phantasie sich selbst die Frage beantworten, "wozu
Scientology in Brüssel ein Lobbybüro unterhält, das sich 'lustigerweise'
unweit des EU-Parlamentes befindet". Ein weiteres Beispiel ist die "Dr. Rath
Health Foundation". Handl unterstellt Dr. Rath nicht, dass er Scientologe
ist. "Aber ich weiß, dass seine Wiener Dependance von zwei Scientologen
geleitet wird." Oder: "Manche Firmen bekommen ihre Business Success-Seminare
sogar von der Wirtschaftskammer gefördert - ohne der Wirtschaftskammer etwas
unterstellen zu wollen: Dort weiß man einfach nicht, was man damit wirklich
fördert." Außerdem, so Handl, setze Scientology auf soziale Kampagnen: "Die
sind nur Fassade, dahinter liegt Morast." Er nannte u.a. als Beispiele das
Drogenentzugsprogramm von Narconon (Klienten zahlen etwa 3000 Euro im Monat)
und einige Aktivitäten des SO-Ablegers "Kommission für Verstöße der
Psychiatrie gegen Menschenrechte" (KVPM). Im Gespräch sagte Handl, dass der
Mitherausgeber des Scientology-Buches "Die Männer hinter Hitler", Volker
Kubillus, früher Leiter vom "Guardians Office" in Wien war. Diese
Einrichtung verteidigte Scientology bis Anfang der 80er-Jahre vor allen
möglichen "Feinden". Nachfolger ist OSA - Office of Special Affairs - auf
deutsch: Büro für spezielle Angelegenheiten.

Der Berliner Weltanschauungsbeauftragte Thomas Gandow verwies im Gespräch
darauf, dass Scientology besonders im politischen Bereich "keine Posten im
Scheinwerferlicht" anstrebe. Es gilt das Prinzip der "Assistenz", also
indirekte Einflussnahme. "Das lässt sich nur schwer überprüfen", so Gandow
weiter, "weil Scientology eine Organisation ist, die mit geheimdienstlichen
Mitteln arbeitet."

Wilfried Handl, der 2001 erst als schwer Krebskranker den endgültigen
Ausstieg schaffte, spürte damals den scientologischen Vorwurf deutlich, kurz
gefasst in Anlehnung Hubbards Lehre: "Hinter jeder Krankheit steckt der
eigene böse Wille, das eigene böse Tun; sonst wäre man nicht krank." - "Das
war zuviel für mich", so Handl.

Scientology Österreich hat inzwischen Wilfried Handl zur "Unterdrückerischen
Person" (Suppressive Person, SP) erklärt. Der Kontakt zu zwei seiner Söhne
wird ihm verweigert. Er gibt dennoch nicht auf; bietet Ausstiegswilligen in
einem Verein Hilfe an (Tel. +43 664 55 32 500). In Vorbereitung ist ein
Dokumentationsarchiv über Scientology im Internet. Ilse Hruby, Buchautorin
von "Meine Ehe mit einem Scientologen" (http://www.ilsehruby.at), sagte
abschließend zu ihrem Landsmann: "Ich bewundere deinen Mut, weil ich weiß,
was es mich an Kraft gekostet hat, selbst an die Öffentlichkeit zu gehen."
Bleibt zu hoffen, dass sich weitere Aussteiger so deutlich positionieren.

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Pressekontakt, Rückfragen: Roland Hartig
Redaktion Lichtblick-Newsletter im Landesverband M-V
der Angehörigen und Freunde psychisch Kranker e.V.
Tel./Fax: 0381 - 72 20 25
Henrik-Ibsen-Straße 20, 18106 Rostock
E-Mail: roland.hartig@lichtblick-newsletter.de
Internet: www.lichtblick-newsletter.de

Oder:

Verein "Mensch vs. Scientology"
Gesellschaft gegen Dogmen und Abhängigkeiten
1170 Wien Tel. +43 664 55 32 500
E-Mail: scientology@ausstiegsberatung.at
Internet: http://www.Mensch-versus-Scientology.org

Eine leicht gekürzte Fassung dieser Pressemeldung
finden Sie auch unter "openPR - Das offene PR-Portal":
http://openpr.de/in/63330

Vollständiger Beitrag unter:
http://www.lichtblick-newsletter.de/ticker1512_05.html



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[3] Sachsen-Anhalt: Ausschuss für Psychiatrie stellt Bericht vor
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Von Judith Csaba

Magdeburg (ddp-lsa). Eine ambulante Versorgung von psychisch kranken Kindern
und Jugendlichen ist in Sachsen-Anhalt vielerorts kaum möglich. Dies geht
aus dem 12. Jahresbericht des Ausschusses für Angelegenheiten der
psychiatrischen Krankenversorgung hervor, der am Mittwoch in Magdeburg an
Landtagspräsident Adolf Spotka (CDU) übergeben wurde. Der Grundsatz
"ambulant vor stationär" kann dem Bericht zufolge nicht eingehalten werden,
da es viel zu wenig niedergelassene Fachärzte in diesem Bereich gibt. Dies
führe zu langen Anmelde- und Wartezeiten, die sich insbesondere bei der
Behandlung junger Patienten sehr nachteilig auswirken könnten.

"Es ist für einen Facharzt der Kinderpsychiatrie derzeit besonders
unattraktiv, sich niederzulassen", sagte der Mediziner und
Ausschuss-Vorsitzende, Felix Böcker. Das müsse anders werden, damit der
Missstand behoben werden könne. Zudem müsse auch in den Universitäten mehr
Gewicht auf den Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie gelegt werden.
Derzeit gebe es an keiner Universität in Sachsen-Anhalt einen Dozenten auf
diesem Gebiet, kritisierte er.

Vor allem in den Landkreisen im Norden herrsche generell eine
Unterversorgung bei der ambulanten nervenfachärztlichen Versorgung. In
manchen Landkreisen stehe nur ein Arzt zur Verfügung, berichtete Alwin
Fürle, der bis Mai 2005 dem Ausschuss vorstand. Auf der anderen Seite gebe
es in Sachsen-Anhalt viel zu viele Heimplätze in viel zu großen Heimen. So
standen in Sachsen-Anhalt mit seinen rund 2,5 Millionen Einwohnern Anfang
2004 ebenso viele Heimplätze zur Verfügung wie in Nordrhein-Westfalen mit
rund 18 Millionen Einwohnern. Nach Einschätzung des Ausschusses wird es noch
Jahre dauern, diese Fehlsteuerung umzupolen.

Derzeit gibt es im Land rund 8000 Heimplätze für Menschen mit geistigen und
seelischen Behinderungen. Hinzu kommen rund 20 000 Plätze in Altenheimen,
die zu zwei Dritteln von alten Menschen mit psychischen Erkrankungen belegt
werden.

Im Maßregelvollzug hingegen sei die stetig wachsende Zahl der Patienten
Anlass zur Sorge. Die Zahl der Neueinweisungen überschreite die Zahl der
Entlassungen um ein Vielfaches, sagte Böcker. In der Klinik für Forensische
Psychiatrie in Uchtspringe kämen auf 210 Betten derzeit 299 Patienten. Unter
solchen Bedingungen sei eine effektive Therapie, die zur Entlassung des
Patienten führe, kaum möglich, monierte Böcker.

Der Maßregelvollzug diene der Behandlung des psychisch erkrankten
Straftäters und der Sicherung der Bevölkerung vor weiteren Straftaten,
betonte Böcker. Allerdings seien heute die Hürden für eine Entlassung sehr
hoch. Es fehle oftmals der Mut, Menschen auch wieder zu entlassen. "Heute
wird ein Patient im Maßregelvollzug lieber weiter zu Unrecht und auf kosten
der Allgemeinheit untergebracht", sagte Böcker. Er forderte den Aufbau eines
flächendeckenden regionalen Nachsorgenetzwerks mit Partnern vor Ort, damit
der Übergang für die Patienten leichter zu bewältigen sei.

Wie viele Menschen in Sachsen-Anhalt an einer psychischen Störung litten und
Versorgung bräuchten, sei schwierig zu schätzen, sagte Böcker. Er gehe davon
aus, dass 40 Prozent aller Menschen irgendwann im Laufe ihres Lebens an
einer behandlungsbedürftigen psychischen Störung erkrankten.



VERANSTALTUNGSHINWEIS
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Prominente versteigern am 31. Oktober, um 15.00 Uhr
Kunst der KIK Gruppe zugunsten des Hamburger
Spendenparlamentes und zugunsten von HINZ & KUNZT
im Landgericht Hamburg! http://www.kikhamburg.de
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[4] Förderpreis unterstützt Menschen mit psychischen Erkrankungen
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Der Preis ist mit 6 000 Euro dotiert - Bewerbungen bis 14. Oktober

(PRESSEMITTEILUNG der DGPPN). Zum dritten Mal wird der "Förderpreis
Entstigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen" der Deutschen
Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) in
Kooperation mit der Stiftung Seelische Gesundheit, dem Verein Open the doors
e.V. und der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH ausgeschrieben. Ziel des
Preises ist die Förderung von Ideen, Konzepten und Maßnahmen, die sich für
eine nachhaltige gesellschaftliche Integration von psychisch kranken
Menschen einsetzen. Der Preis ist mit 6.000 Euro dotiert. Die
Preisverleihung findet im Rahmen des diesjährigen Kongresses der DGPPN am
Donnerstag, den 24. November 2005, in Berlin statt, zu dem die Veranstalter
mehr als 4.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwarten.

Bewerbungen sind bis Freitag, den 14. Oktober 2005, beim Ersten Vorsitzenden
des Vereins Open the doors e.V., Prof. Dr. W. Gaebel, Klinik und Poliklinik
für Psychiatrie und Psychotherapie der Heinrich-Heine-Universität
Düsseldorf, Rheinische Kliniken Düsseldorf, Bergische Landstraße 2, 40629
Düsseldorf, einzureichen. Die Bewerbungsunterlagen sollten enthalten: 1. Die
Darstellung eines Projektes oder einer Initiative, die durch
Entstigmatisierung zur Integration psychisch Kranker in die Gesellschaft
beiträgt. 2. Eine Übersicht über bisherige Aktivitäten, Veröffentlichungen
etc. mit diesem Ziel. 3. Eine Selbstdarstellung der sich bewerbenden
Personen oder Institutionen

Zur Lebensrealität von Menschen mit seelischen Erkrankungen gehören nicht
nur durch die Symptome und direkten Folgen der Erkrankung, sondern auch die
gesellschaftliche Stigmatisierung und Diskriminierung. Unwissenheit,
Vorurteile und Ängste vor psychisch Erkrankten führen nicht selten zu
sozialer Ausgrenzung, Isolation und Benachteiligung auf allen Ebenen des
gesellschaftlichen Lebens. Daher hat die Weltgesundheitsorganisation WHO
inzwischen Programme ins Leben gerufen, um über Wesen und
Behandlungsmöglichkeiten psychischer Erkrankungen aufzuklären und durch
persönlichen Kontakt zu Betroffenen der Stigmatisierung und Diskriminierung
entgegen zu wirken. In Deutschland wurde im November 2004 in Berlin das
"Nationale Programm zur Entstigmatisierung seelischer Erkrankungen" ins
Leben gerufen. Das Programm ist eine Initiative der Deutschen Gesellschaft
für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN), der Stiftung
für Seelische Gesundheit und des Vereins Open the doors e.V. unter
Mitwirkung des Bundesgesundheitsministeriums für Gesundheit und Soziale
Sicherung (BMGS). Die Schirmherrschaft liegt beim Bundessminister für
Gesundheit. http://www1.dgppn2005.de



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[5] Erfolgreicher Start des "Schweriner Bündnisses gegen Depression"
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Am 21. September 2005 fand im Foyer des Mecklenburgischen Staatstheaters die
Auftaktveranstaltung des neu gegründeten Schweriner "Bündnisses gegen
Depression" statt. Eingerahmt von zwei Musikdarbietungen stellten die
Initiatoren des Bündnisses die Ziele der geplanten Veranstaltungen vor. Uwe
Ahrendt, Oberarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, HELIOS
Kliniken Schwerin, wies in seiner Begrüßung darauf hin, dass depressive
Störungen zu den häufigsten und belastensten Erkrankungen überhaupt gehören.
Mit schlechter Laune habe das nichts zu tun: Die Betroffenen litten unter
lähmender gedrückter Stimmung, Freud- und Interesselosigkeit, vermindertem
Antrieb, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen und einer Vielzahl anderer, auch
körperlicher Symptome.

Prof. Dr. Andreas Broocks, Ärztlicher Direktor der
Carl-Friedrich-Flemming-Klinik, nannte in seiner Einführung eine Reihe von
bekannten Wissenschaftlern, Künstlern, Komponisten und Schriftstellern, die
nach heutiger Erkenntnis unter einer depressiven Störung litten. Hierzu
gehören so bekannte Persönlichkeiten wie Edward Munch, Charles Darwin,
Ernest Hemingway oder Robert Schumann. Möglicherweise hätten gerade die
dunklen Zeiten zu einer besonderen Tiefe und Inspiration geführt. Auf der
anderen Seite, so Prof. Broocks, habe die Erkrankung auch das Schaffen
gebremst und manche der Genannten in einen viel zu frühen Tod gerissen.

Dr. Armin Jäger, Schweriner Stadtpräsident, stellte als Schirmherr des
Schweriner Bündnisses gegen Depression fest, dass depressive Erkrankungen
immer noch sehr schambesetzt sein und von den Betroffenen oder Angehörigen
verheimlicht würden. Auch dies würde dazu beitragen, dass viele Patienten
erst spät in eine geeignete Behandlung kämen. Durch die Arbeit des
Bündnisses werde deutlich, dass jeder Mensch von einer Depression betroffen
sein kann. Andererseits gäbe es heute sehr gute Behandlungsmöglichkeiten.

Dr. Johannes Hallauer vom Sozialministerium des Landes Mecklenburg-
Vorpommern wies in seinem Grußwort auf die wichtige Rolle des Ministeriums
bei der Initiierung des Bündnisses hin. Zur Sprache kamen auch die
verschiedenen Verlaufsformen depressiver Erkrankungen und die enorme
gesellschaftliche und volkswirtschaftliche Bedeutung der Erkrankung. "Wir
sind gern bereit, auch weiterhin die Arbeit des Bündnisses zu unterstützen",
so Dr. Hallauer.

Den Hauptvortrag des Abends hielt Dr. David Althaus, einer der
Hauptinitiatoren des ursprünglichen Nürnberger Modellprojektes. Althaus
beschrieb sehr anschaulich, wie vielgestaltig die zweijährige
Öffentlichkeitsarbeit in der Nürnberger Region durchgeführt wurde. Eine
große wissenschaftliche Begleitstudie konnte zeigen, dass es dadurch zu
einem signifikanten Rückgang von Suiziden und Suizidversuchen kam.

Die Amtsärztin und Leiterin des Sozialpsychiatrischen Dienstes, Renate
Kubbutat, gab in ihrem Referat einen Überblick über die aktuelle
Versorgungsstruktur für depressiv Erkrankte in Schwerin. Hierbei ging sie
auf die Aufgaben des Sozialpsychiatrischen Dienstes ein und nannte andere
wichtige Hilfseinrichtungen in Schwerin, wie z.B. die Beratungsstelle Anker
Sozialarbeit, die Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen (KISS) sowie die
psychologischen Beratungsstellen der evangelischen und der katholischen
Kirche.

Uwe Ahrendt, der die gesamte Veranstaltung moderierte, wies abschließend auf
einen Flyer hin, in dem sämtliche Hilfsangebote und Adressen verzeichnet
sind (erhältlich über Bündnis gegen Depression, c/o U. Ahrendt,
Carl-Friedrich-Flemming-Klinik Schwerin; oder www.bündnis-depression.de).
Auch die Veranstaltungen der nächsten sechs Monate ist dem Flyer zu
entnehmen. Abschließend dankte er allen Sponsoren des Bündnisses,
insbesondere der Sparkasse Schwerin, den HELIOS Kliniken Schwerin, der
Techniker Krankenkasse, der IKK, der AOK und der Initiative "Bürger für
Schwerin". Die nächste Veranstaltung findet am 25. Oktober 2005 um 17.00 Uhr
im Schleswig-Holstein-Haus statt. Hier soll ein Überblick über wirksame
Behandlungsmethoden bei Depressionen gegeben werden.

Vollständiger Beitrag unter:
http://www.lichtblick-newsletter.de/ticker1506_05.html



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[6] Mecklenburg-Vorpommern unterstützt Psychotherapeutenkammer
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Schwerin (ddp-nrd). Mecklenburg-Vorpommern unterstützt den Aufbau einer
ostdeutschen Psychotherapeutenkammer mit Sitz in Leipzig. Ein entsprechender
Gesetzesentwurf wurde am Mittwoch in den Landtag eingebracht, wie das
Sozialministerium mitteilte. Die Kammer soll Berufsinteressen von
psychologischen Psychotherapeuten und Psychotherapeuten für Kinder und
Jugendliche bündeln, die in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt,
Thüringen und Brandenburg tätig sind.

In der Kammer werden rund 1000 Therapeuten vertreten sein, darunter 200 aus
dem Nordosten Deutschlands. Ein Staatsvertrag über die gemeinsame
Berufsvertretung soll nach Angaben des Ministeriums noch in diesem Herbst
von Mecklenburg-Vorpommern ratifiziert werden. Die "Ostdeutsche
Psychotherapeutenkammer" nimmt demnach voraussichtlich mit Beginn des
kommenden Jahres ihre Arbeit auf.



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[7] Arzneimittelstudien öffentlich zugänglich
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PRESSEMITTEILUNG: Bad Homburg (ots). Eli Lilly and Company, eines der
international führenden pharmazeutischen Unternehmen, setzt sich für mehr
Transparenz in der Pharmaforschung ein. Unter www.lillytrials.com hat Lilly
Ende 2004 als eines der ersten Unternehmen ein weltweites, öffentlich
zugängliches Studienregister geschaffen. Mittlerweile sind Daten aus zehn
Jahren Forschungsarbeit im Internet abrufbar. "Ärzte und Patienten müssen
unserer Forschung und den daraus resultierenden medizinischen Daten
vertrauen können, deshalb haben wir mit unserem Online-Studienregister eine
Initiative zur kompletten Transparenz ins Leben gerufen", so Dr.
Hans-Joachim Weber, Medizinischer Direktor der Lilly Deutschland GmbH, Bad
Homburg. Das "Clinical Trial Registry" gibt allen Interessierten
uneingeschränkten Einblick in die wichtigsten von Lilly durchgeführten
klinischen Studien - unabhängig davon, ob die Ergebnisse positiv oder
negativ für die Medikamente des Unternehmens ausfallen.

Das "Clinical Trial Registry" gibt es seit Dezember 2004. Bisher hat Lilly
mehr als 100 Zusammenfassungen der Ergebnisse klinischer Studien aus den
letzten zehn Jahren zu insgesamt 16 verschiedenen Medikamenten in das
Studienregister eingestellt. Es umfasst die Ergebnisse der wichtigsten
Zulassungsstudien zu Medikamenten, die nach dem 1. Juli 1994 zugelassen
wurden. Aus derzeit laufenden und neuen Studien werden alle für Patienten,
Ärzte und das Gesundheitssystem relevanten Resultate eingestellt. Zusätzlich
enthält die Internetseite Informationen über mehr als 170 initiierte und
laufende Studien, die vom Unternehmen unterstützt werden. Dabei hat das
Unternehmen bei der Gestaltung des Studienregisters die von der WHO (World
Health Organization) erarbeiteten Leitlinien eingehalten. Lilly stellt einen
Großteil seiner medizinischen Daten zusätzlich im unabhängigen, öffentlichen
Studienregister unter www.clinicaltrials.gov zur Verfügung. Weitere Details
zu Lillys Engagement für den öffentlichen Zugang zu Studieninformationen
können direkt auf der Internetseite www.lillytrials.com eingesehen werden.

Eli Lilly and Company ist eines der weltweit führenden pharmazeutischen
Unternehmen und setzt auf Forschung und Innovation. Die Kernbereiche des
Unternehmens sind Endokrinologie, Onkologie, Psychiatrie/Neurologie,
Urologie, Kardiologie und Infektiologie. In eigenen Forschungszentren und in
Zusammenarbeit mit internationalen Forschungsorganisationen entwickelt Lilly
neue Behandlungsansätze und Technologien, die dazu beitragen, die Gesundheit
und Lebensqualität von Patienten zu verbessern. Dank intensiver
wissenschaftlicher Forschung gehören die meisten Lilly-Medikamente zu den
führenden ihrer Klasse. Das Unternehmen beschäftigt rund 44.500 Mitarbeiter
in 138 Ländern weltweit. In Deutschland ist Lilly an insgesamt vier
Standorten vertreten. Dazu gehört auch ein eigenes Forschungszentrum in
Hamburg. Lilly gibt Antworten - in Form von Arzneimitteln, Informationen und
Aufklärung - auf einige der dringlichsten Fragen in der Medizin.

Lilly Deutschland ist 2005 erneut vom Wirtschaftsmagazin Capital als einer
der besten Arbeitgeber Deutschlands ausgezeichnet worden. Bereits 2004
errang Lilly diesen Titel und erhielt zudem den Sonderpreis für
"Chancengleichheit" (Capital 2/2004 und 2/2005). 2005 wurde Lilly
Deutschland zudem vom Great Place to Work Institute als einer der besten
Arbeitgeber in Europa ausgezeichnet (Financial Times, 28. April 2005).
(Quelle: Eli Lilly and Company)
http://www.lillytrials.com



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[8] Leistungen für Familien auf einen Blick im Internet
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Berlin (ddp). Im Dschungel der staatlichen Leistungen und Angeboten für
Familien verlieren viele schnell den Durchblick. Häufig müssen sich Eltern
erst an mehrere Stellen wenden, bis sie sich zurechtzufinden. Das
Bundesfamilienministerium bietet Familien im Internet jetzt einen neuen
Service: Der Familien-Wegweiser informiert über Finanzen, Dienstleistungen
sowie über Bildungs- und Beratungsangebote (www.familien-wegweiser.de).

Der Wegweiser gibt Familien und werdenden Eltern Entscheidungshilfen in
ihrer spezifischen Lebenssituation. Im Überblick und mit Checklisten lassen
sich Informationen zum Beispiel zu Themen wie Schwangerschaft, Kindergeld,
Familien mit pflegebedürftigen Angehören, Arbeit, Gesundheit und Wohnen
finden.

Außerdem werden Antragsformulare für staatliche Leistungen bereitgestellt.
Eltern können mit dem Kinderzuschlagsrechner, dem Elternzeitrechner, dem
Steuer-Rechner und ähnlichen Hilfen feststellen, ob sie Ansprüche auf
Leistungen und Hilfen haben und wie hoch diese ausfallen. Auch regionale
Unterschiede in den Leistungen werden aufgezeigt.
http://www.familien-wegweiser.de



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[9] Lichtblick Surftipp
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--> 3. Gemeinsame Jahrestagung von Psychiatrie und Selbsthilfe in der Klinik
und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Rostock
(mit Einladung/Programm)
http://www.lichtblick-newsletter.de/ticker1496_05.html

--> Surftipp zur frühkindlichen Erziehung - Checklisten für Eltern
http://www.lichtblick-newsletter.de/ticker1523_05.html

--> Fachgesellschaft kritisiert Versorgungssituation Depressiver
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=21599

--> Psychopharmaka gegen Schizophrenie: FAME-Studie untersucht
Medikament-Präferenzen bei Patienten
http://idw-online.de/pages/de/news130387

--> Pharmafirmen investieren täglich elf Millionen Euro in neue Arzneien
http://www.lichtblick-newsletter.de/ticker1518_05.html

Urteil: Umschulung in Wunschberuf nicht einklagbar
http://www.lichtblick-newsletter.de/ticker1517_05.html

Der Förderdschungel der Bundesagentur für Arbeit
http://www.lichtblick-newsletter.de/ticker1520_05.html

--> Bundesagentur für Arbeit verfolgt Betrüger über Datenabgleich
http://www.lichtblick-newsletter.de/ticker1522_05.html

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IMPRESSUM

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Hg: Familien-Selbsthilfe Psychiatrie Landesverband Mecklenburg-Vorpommern
der Angehörigen und Freunde psychisch Kranker e.V. (LApK MV e.V.)
Henrik-Ibsen-Str. 20, 18106 Rostock, Tel./Fax 0381 - 72 20 25

Vereinsregister VR 1985 / Amtsgericht Rostock

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