Nachrichten aus Psychiatrie und Selbsthilfe

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10.10.2003
Aufklärung und Konsequenzen
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Medienberichte über Psychogruppen



++ Bayern plant härteres Vorgehen gegen Scientology (18.11.2002)

München (ddp-bay). Der Freistaat plant eine härtere Vorgehensweise gegen die Scientology-Sekte. Einen entsprechenden Maßnahmenkatalog stellte Innenstaatssekretär Hermann Regensburger (CSU) im Kabinett in München vor. Regensburger betonte: "Der Staat darf nicht einfach zusehen, wenn Scientology Menschen wirtschaftlich und geistig beschädigt und versucht, Unternehmen und Behörden zu Instrumenten ihrer Pläne zu machen." Die geplanten Maßnahmen basieren auf einem neuen psycho- und sozialtechnischen Gutachten der Ludwig-Maximilians-Universität München, das Ende November veröffentlicht werden soll. Scientology ist laut Gutachten "keine Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft im Sinne des Grundgesetzes". Zudem verstießen die "interne Organisation und die Methoden der Überwachung und Instrumentalisierung" gegen die Menschenwürde, das allgemeine Persönlichkeitsrecht und die Meinungsfreiheit. Scientology wies das Gutachten als "psychiatrisch-psychologisches Machwerk" zurück. Die Vizepräsidentin der Scientology Kirche Deutschland, Sabine Weber, sagte in München: "Die Studie hat insgesamt unter wissenschaftlichen und rechtlichen Standards soviel Gültigkeit wie ein 'Inquisitions-Gutachten' in einem Hexenprozess des Mittelalters." Für Opfer der Scientology-Organisation stehen in Bayern künftig speziell ausgebildete Polizisten als Ansprechpartner bereit. Nach Angaben des Innenministeriums steht diese Maßnahme im direkten Zusammenhang mit der Ankündigung der Staatsregierung, härter gegen Scientology vorzugehen. In Augsburg, München und Nürnberg wurden bei den Polizeipräsidien Info-Telefonnummer eingerichtet: 0821 / 323-1350, 089 / 2910-2314, 0911 / 211-2076. Betroffene, Angehörige und Zeugen finden dort den Angaben zufolge kompetente Ansprechpartner. Die Nummern sind montags bis freitags von 8.00 bis 16.00 Uhr besetzt, freitags bis 14.00 Uhr.

--> Kurzfassung des Gutachtens unter:
http://www.stmi.bayern.de/infothek/scientology/index.htm

--> Zum Thema auch:
http://www.Ingo-Heinemann.de/verbot.htm





++ Hamburger Morgenpost 17.10.2002: Guru-Mekka Hamburg, von Matthias Onken

So gefährlich wie Scientology: Immer mehr Psycho-Sekten beuten ihre Anhänger aus
http://www.mopo.de/nachrichten/102_15855.html



++ stern: Neue Psychosekten sind laut Experten so bedrohlich wie Scientology

OTS 16.10.2002

Hamburg - In Deutschland sind Hunderte neuer Psychosekten entstanden, die nach Einschätzung renommierter Sektenexperten so bedrohlich wie die Scientology- Organisation sind. Das berichtet das Hamburger Magazin stern in seiner neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Laut Expertenmeinung bergen diese meist kleineren Gruppen eine neue Form von Extremismus, seien aggressiv, totalitär und gefährlich.

Aussteiger solcher Gruppen schildern gegenüber dem stern erstmals ihre Erfahrungen: Sie berichten von Gehirnwäsche, Psychoterror, Hörigkeit und skrupelloser Abzockerei. Opfer würden dazu gebracht, sich von ihrer Familie vollständig zu lösen und ihr gesamtes Vermögen an die selbst ernannten Götter abzugeben. Kleinere Psychogruppen seien deshalb so gefährlich, weil es eine symbiotische Nähe zwischen Guru und Anhänger gebe, so dass direkt Einfluss genommen werden könne, so die Weltanschauungs-Beauftragte der nordelbisch-evangelisch-lutherischen Kirche, Gabriele Lademann-Priemer, zum stern. "Es gibt Gruppen, die komplett zusammen wohnen. Da ist Totalkontrolle über die Anhänger möglich."

Obwohl eine Bundestags-Enquete-Kommission schon 1998 darauf drängte, das immer perfidere Treiben auf dem Psychomarkt zu stoppen, hat die Bundesregierung bis heute nicht reagiert. Die Kommission hatte eine Verbraucherschutzregelung gefordert und sich für ein "Lebensbewältigungshilfegesetz" eingesetzt. Das Gesetz soll Konsumenten ermöglichen, sich vor Vertragsabschluss mit einem kommerziellen Anbieter über dessen Qualifikation, die angewandten Methoden, Dauer der Kurse und finanzielle Verpflichtungen zu informieren.

"Überall wird Verbraucherschutz betrieben, nur nicht im Psychomarkt", klagt Prof. Ralf Bernd Abel. Der Jurist war Sachverständiger der Bundestags-Enquete-Kommission und berät derzeit die Bundesregierung in einem Rechtsstreit mit der Mun-Sekte. "Was für Lebensmittel gilt, also für Produkte, die die körperliche Gesundheit berühren, kann bei Produkten, die der seelischen Gesundheit dienen sollen, nicht grundsätzlich anders sein", betont Abel gegenüber dem stern.

Diese Meldung ist unter der Quellenangabe stern zur Veröffentlichung frei.



++ Studie: Scientology möglicherweise "kriminelle Vereinigung" (13.10.2002)

München (ddp). Die umstrittene Organisation Scientology ist einer Studie zufolge möglicherweise eine "kriminelle Vereinigung". Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" am Sonntag vorab berichtet, kommt eine wissenschaftliche Untersuchung im Auftrag der bayerischen Staatsregierung zu diesem Ergebnis. Zahlreiche Aktivitäten und die innere Struktur von Scientology stünden "im Widerspruch zu zentralen Prinzipien unserer Rechtsordnung", urteilten die Verfasser der 680-Seiten umfassenden Studie "Gesundheitliche und rechtliche Risiken bei Scientology". Viele der von der Organisation angebotenen Kurse seien als "strafbare, unerlaubte Ausübung von Heilkunde" zu betrachten. Einzelne von Scientology getroffene Aussagen erfüllten zudem den "Betrugstatbestand". Aufgrund der Form der Straftaten sehen die Wissenschaftler dem Bericht nach auch "Anhaltspunkte für die Erwägung eines Vereinsverbots".


Zum Thema einige Webseiten:

Verbotene Heilbehandlung - kriminelle Vereinigung: http://www.Ingo-Heinemann.de/heilen01.htm

Scientology: Betrug: http://www.ingo-heinemann.de/betrug1.htm

Ein Verbot der Scientology-Organisation ist möglich: http://www.Ingo-Heinemann.de/Verbot.htm



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