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Antipsychiatrie/Scientology/KVPM
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11.01.2007
Aufklärung und Konsequenzen
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"Antipsychiatry Coalition" und die russische Bürgervereinigung "Help for Victims of Psychiatrists" (HVP)
Zur Situation der Psychiatrie in Russland (BBC-Artikel, Zusammenfassung)
Die Antipsychiatrie in Russland und CCHR



"Antipsychiatry Coalition" und die russische Bürgervereinigung
"Help for Victims of Psychiatrists" (HVP)

Die "Antipsychiatry Coalition" verfügt im Internet über ein dichtes Netz mehrsprachiger Publikationen. Darin eingebettet ist auch ein Link mit Beschreibung der russischen Bürgervereinigung "Hilfe für Opfer von Psychiatern" (P3), engl. "Help for Victims of Psychiatrists" (HVP). Auf der eigenen Homepage gibt die HVP/P3 bekannt (Ausschnitt 1):

"Eine entscheidende Unterstützung unserer Tätigkeit erwies und
erweist die Citizen Commission on Human Rights ..."

Hinweis:
Die amerikanische "Citizens Commission on Human Rights" (CCHR) ist eine hundertprozentige Scientology-Organisation.



Ausschnitt 1

Der von HVP angegebene Link führt zur Website der russischen Scientology-Organisation CCHR mit Sitz in Moskau.


Dagegen verweisen einige Seiten innerhalb der "Antipsychiatry Coalition" - auch die integrierte russische Unterseite (http://hvp.by.ru/apc.htm) - entschieden darauf hin (Ausschnitt 2 und 3), dass Helfer gebeten werden, "eine Versicherung abzugeben, daß sie nicht in Verbindung stehen mit der Scientology-"Kirche", oder ihrer Citizen's Commission on Human Rights (CCHR), welche die Schädlichkeit der Psychiatrie an die Öffentlichkeit gebracht hat, mit der wir aber keine Verbindung wünschen."


Ausschnitt 2


Ausschnitt 3


Zudem berichtet die Bürgervereinigung HVP auf http://hvp.by.ru/, dass sie "eine große Anzahl von Fakten antipsychiatrischer Tätigkeit" in englischer Sprache gesammelt habe.

Dort steht auch dieser Hinweis: "Außerdem war vor kurzem ein Aktivist der deutschen Organisation, die sich mit ähnlicher Tätigkeit beschäftigt (...) unser Gast; er gibt den antipsychiatrischen Journal Irren-Offensive heraus und unterstützt uns aktiv. (Übrigens, auf seiner Webseite sind Fotografien erschienen, die vor dem Irrenhaus in Barnaul während seines Besuches bei uns im September 2002 gemacht wurden: ...). Er brachte uns eine große Anzahl gedruckter Materialien mit. Wenn jemand uns mit der Übersetzung aus dem Englischen oder Deutschen helfen kann, teilt es uns per E-mail: ... oder über das Gästebuch mit. Wir müssen es in der russischen Sprache publizieren!"




Wer unterstützt hier wen? Wer verbündet sich mit wem gegen wen? Welchem Ziel dient diese Propaganda?
Wächst der scientologische Einfluß auf die "Antipsychiatrie"?

"Scientology will die Psychiatrie abschaffen", sagt der renommierte Scientology-Kritiker Ingo Heinemann.
Dazu mehr auf der Ingo-Heinemann-Webseite "Scientology, Psychiatrie-Kritik und Anti-Psychiatrie“.
http://www.ingo-heinemann.de/Psychiatrie-Kritik.htm



Aus einem Posting in der Newsgroup "de.soc.weltanschauung.scientology" / "de.sci.medizin.psychiatrie" vom 08.10.2003

Hier kann man sehen was geschieht wenn CCHR Fanatiker Erfolg haben:

CCHR überhäuft Politiker mit Propaganda
Mittel für Psychiatrie werden nicht genehmigt
Patienten verwahrlosen
CCHR verwendet die schlimmen Zustände für weitere Propaganda.

Zum Artikel:
"Russian psychiatrists urge adoption of psychiatric care programme"





Zur Situation der Psychiatrie in Russland
Zusammenfassung des BBC-Artikels und Statement der russischen Antipsychiatrie

Von Marianne Kestler


In einem offenen Brief an Premierminister Mikhail Kasyanov haben russische Psychiater die desolaten Zustände in den psychiatrischen Einrichtungen des Landes moniert. Für eine adäquate Behandlung der wachsenden Anzahl an Menschen, die jährlich psychiatrische Hilfe suchen, stehen nur fünf Prozent der Gelder bereit, die zur Beschaffung der erforderlichen Mittel nötig wären. Die Folge: Die Kliniken sind überfüllt, das Equipment veraltet und zum Teil verrottet. Für die Patienten stehen weder angemessene Ernährung noch verträgliche Medikamente noch Bekleidung zur Verfügung. Das führt dazu, dass die psychisch hilfsbedürftigen Menschen in den Anstalten buchstäblich verhungern und verkommen. 7,5 Millionen russische Bürger bedürfen jährlich psychiatrischer Hilfe. In den letzten zehn Jahren ist das Auftreten psychischer Erkrankungen um 41,5 Prozent gestiegen. Jährlich begehen 60.000 Menschen in Russland Suizid, zwei Drittel davon im Zusammenhang mit einer psychischen Erkrankung. Das übersteigt das von der WHO als "kritisch" eingestufte Level um ein Sechsfaches.

Bereits vor zwei Jahren war ein Programm zu Entwicklung und Ausbau psychiatrischer Behandlung in der Russischen Föderation von der Regierung genehmigt worden. Doch die Ausführung scheiterte bislang an der Opposition der Scientologen. Vertreter der Civil Commission of Human Rights (CCHR) üben einen enormen Einfluss auf die staatlichen Behörden aus, so ein Sprecher des russischen Gesundheitsministeriums. Die als Scientology-Tarnorganisation bekannte CCHR überhäuft Politiker und Regierungsvertreter mit Propaganda-Material immer wieder gleichen Inhalts: 'Psychiatrische Krankenhäuser dürfen keinen Penny bekommen, denn Psychiater sind Mörder und ihre Medikamente Gift.' Im Sommer filmten und fotografierten Scientologen in der größten Sankt Petersburger Psychiatrischen Klinik durch den Zaun Patienten ohne deren Einverständnis. "Es war heiß und die Patienten halb nackt oder nur mit schäbigen Schlafanzügen bekleidet," berichtet Chefarzt Vladimir Agishev. Diese Fotos und Videos werden nun von CCHR-Vertretern als antipsychiatrisches Propagandamaterial verbreitet. Offensichtlich mit Erfolg. Valeriy Krasnov, Direktorin des in Moskau stationierten Gesundheitsministeriums der Russischen Föderation resümiert: "Abgeordnete, die uns ihre Unterstützung zugesagt hatten, verweigern nun jegliche Zusammenarbeit."

Quelle: BBC, "Russian psychiatrists urge adoption of psychiatric care programme"





Die Antipsychiatrie in Russland und CCHR

Von Marianne Kestler (einschließlich Übersetzung)

Mit einem Text von Igor V. Girich, einem der aktivsten Vertreter der Antipsychiatrie in Russland und Koordinator der "Help for Victims of Psychiatrists" (HPV), konterte das Berliner Werner Fuß-Zentrum in einem Newsgroup-Posting am 8. Oktober 2003 gegen die Veröffentlichung des BBC-Artikels:


(Zitat)

"Dazu kann man sich einen Eindruck der tatsächlichen Verhältnisse durch den folgenden Text von Igor Girich machen, der beschreibt, wie dieser Gulag heute arbeitet und dass er nur durch seine völlige Abschaffung 'reformiert' werden kann. Jeder Cent mehr in dieses System ist Geld in die Hölle geschmissen."

Girich wirft der Psychiatrie fundamentale Verletzungen der Menschenrechte vor. Psychiater ließen ihre Patienten in den Krankenhäusern verhungern und vergifteten sie. Dabei schlügen sie aus jedem belegten Bett Profit. Nur mit einer besser organisierten Antipsychiatrie-Bewegung könne man gegen diese Zustände angehen. Dazu ein Zitat aus besagtem Text:


"What kind of opposition is there to psychiatry in Russia today? Although most people who personally felt its 'treatment' hate this dirty machine, the opposition is far from organized. Unlike in Europe and the USA, the internet is not so accessible in our wide territory.
The educational level and the level of income of former patients results in a lack of communication. When I was creating the web site of our organization, I searched similar organizations in the WWW. The only one visible was the Russian division of the Citizen Commission on Human Rights.
They supply us with high-quality printed material. I suppose that nowadays it is the most active organization in this field in Russia, at least I know that its representatives try to defend some victims in courts, and it publishes some serious books."



Deutsche Übersetzung

"Welche Art Opposition gegen die Psychiatrie gibt es heute in Russland? Obwohl die meisten Leute, die deren 'Behandlung' erfahren haben, diese schmutzige Maschinerie hassen, ist die Opposition weit davon entfernt, organisiert zu sein. Anders als in Europa und den USA ist das Internet in unserem Land nicht so großflächig zugänglich.
Das Bildungsniveau und die finanzielle Situation ehemaliger Patienten führt zu einem Mangel an Kommunikation. Als ich die Webseite unserer Organisation aufgebaut habe, suchte ich nach ähnlichen Organisationen im WWW. Die einzig auffindbare war die russische Vertretung der Citizen Commission on Human Rights.
Sie versorgt uns mit qualitativ hochwertigem Print-Material. So weit ich weiß, ist sie heute die in Russland aktivste Organisation in diesem Bereich, versucht einige der Opfer vor Gericht zu verteidigen und veröffentlicht einige seriöse Bücher."

(Hervorhebung d. Ü.)


Quelle: Igor V. Girich, General Coordinator of "Help for Victims of Psychiatrists"
http://hvp.by.ru, hvp@alt.ru, 16 April 2003
gepostet vom Werner-Fuß-Zentrum am 8.10.2003 in <de.sci.medizin.psychiatrie>
Message-ID: <1c42dc78.0310080943.63daace8@posting.google.com>
"Psychiatrieerfahrenen-Informationsnetzwerk"
http://www.psychiatrie-erfahrene.de/gulag/gallery/index.htm



Stand: 10.10.2003, zusammengestellt von Redaktion Lichtblick-Newsletter (Roland Hartig)



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