Nachrichten aus Psychiatrie und Selbsthilfe

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Antipsychiatrie/Scientology/KVPM
Redaktion
10.10.2003
Aufklärung und Konsequenzen
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Erklärung zum Trialog


verabschiedet auf der Mitgliederversammlung
des Landesverbandes M-V der Angehörigen und Freunde
psychisch Kranker e.V. am 24.11.2001 in Rostock


Unser Engagement richtet sich auf die Verbesserung der Situation von Psychiatrie-Betroffenen. Dazu gehört der Austausch zwischen den professionellen Helfern, den Kranken und ihren Angehörigen, seit 1994 als Trialog bezeichnet. Dieser Austausch ist Basis für die Fortführung der Psychiatriereform.

Nach unserer Ansicht wird dieser Trialog durch agressive, ausdrucksstarke und verallgemeinernde Berichte über Psychiatrie und Psychiater konterkariert. Meinungsführer auf diesem Gebiet sind die Scientology-Organisation, deren Tochter KVPM - Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte und deren fachlicher Kopf, Prof. em. Szasz. Wir halten deshalb Distanz zu diesen für dringend erforderlich, zumal die meisten Kranken und ihre Angehörigen die angeblichen Alternativen gar nicht wahrnehmen könnten. Außerdem halten wir es für dringend geboten, unsere Mitglieder darüber zu informieren, daß die vermeintlichen Alternativen schwerwiegende Risiken und Nebenwirkungen haben können.

Deshalb halten wir es für erforderlich, jeden Einfluß der Scientology-Organisation auf die Verbände der Psychiatrie-Erfahrenen zu bekämpfen.

Der Scientology-Organisation ist es gelungen, mit antipsychiatrischem Vokabular Einfluß auch auf die Gruppe derer zu gewinnen, die Ärzte und Medikamente grundsätzlich und lautstark ablehnen.

Um so wichtiger ist es, daß die Betroffenen-Vereine nicht auch noch dieses Vokabular benutzen und dadurch dazu beitragen, die Kranken und ihre Angehörigen zu verunsichern.


Wir verweisen auf folgende Beiträge und Dokumente, die öffentlich zugänglich sind:

1. "Selbsthilfe-Arbeit im Visier der Sekten", NAKOS-INFO Nr. 66, S 14 bis 16, PDF-Datei.
http://www.zdf.de/ratgeber/praxis/nakos/34410/index.php3

2. Dokumentation "Zwischen Psychiatrie und Scientology", Hg. LApK M-V und Redaktion Lichtblick-newsletter, abrufbar unter:
http://www.lichtblick-newsletter.de/so-kvpm.html

3. Ingo Heinemann, AGPF - Aktion für Geistige und Psychische Freiheit e.V., Bonn, umfangreichste deutschsprachige Aufklärungswebsite über Scientology/KVPM:
http://www.Ingo-Heinemann.de
http://www.ingo-heinemann.de/KVPM+Russel-Tribunal.htm


Bislang haben es Psychiatrie und Selbsthilfe versäumt, sich ernsthaft mit den Verleumdungen der Scientology-Organisation auseinanderzusetzen. Aufklärungen und Konsequenzen tun not.

Entscheidender Punkt: Im "Trialog" zwischen den Selbsthilfe-, Berufs- und Hilfsorgansisationen gilt es die Hintergründe der "Antipsychiatrie" und der "Psychiatrie-Kritik" auf den Prüfstand zu stellen.
Was wir brauchen, ist eine sachliche Beschäftigung mit den aktuellen Problemen der Psychiatrie!


Anmerkung Anmerkung

Auf der Mitgliederversammlung, die im Online-Treff stattfand, wurde bekannt:

Seit Sommer 2001 erweckt ein psychiatriekritisches Internet-Forum unter dem Titel

COMMUNITY AUS VERANTWORTUNG FÜR MENSCHENRECHTE

den Eindruck, daß alle dort genannten Organisationen und Anbieter zu einer
großen Gemeinschaft (Community) gehören.

"Die Zusammensetzung dieser Community gibt Anlass zur Sorge" *,
heißt es im Protokoll der Versammlung.

* inzwischen wurde diese Community Website gelöscht.



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