Stigma: eine zweite Krankheit
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Asmus Finzen: "Die Meinung der Bevölkerung und die Vorurteile zu ändern, ist sicherlich richtig. Dafür braucht man jedoch einen langen Atem. Noch wichtiger ist, dass man zunächst den Kranken und Angehörigen hilft, die stigmatisiert werden. Die Stigmatisierung ist so zu behandeln, als wäre das eine zweite Krankheit. Hilfen zur Bewältigung gehören in jede Psychotherapie und Selbsthilfearbeit. Den Betroffenen muss klar werden, dass die Vorurteile auch in ihnen sind. Sie müssen sich aber den Schuh nicht anziehen. Sinnvoll sind Kampagnen von unten, beginnend bei den Kranken und Angehörigen, über die Nachbarschaft und Lokalpresse. Das ist auch ein wichtiges Ergebnis, was aus dem Buch "Psychiatrie in der Zeitung" hervorgeht.
In den Lokalteilen, den meistgelesenen Rubriken der Tageszeitungen, kommt Schizophrenie überwiegend als etwas vor, was mit Verbrechen zu tun hat; Brandstiftung, Vergewaltigung und Mord. Man kann Kontakt zur Reaktion halten, Leserbriefe schreiben, die Leute in die Kliniken oder in die Selbsthilfegruppen einladen. Das ist der Punkt, wo man ansetzen muss."
Prof. Dr. med. A. Finzen, renommierter Buchautor, ist stellvertretender ärztlicher Leiter der Universitätsklinik Basel. |
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