Elektroschocks gegen manische Depressionen: Ärzte sind skeptisch
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Stuttgart (ddp). Manische Depressionen - die Betroffenen schwanken regelmäßig zwischen den Extremen «himmelhochjauchzend» und «zu Tode betrübt». Bei schweren Fällen ist die Elektrostimulation, auch Elektroschock genannt, ein probates Therapiemittel, das von Ärzten allerdings skeptisch betrachtet wird. Mediziner und Fachbuchautor Hanfried Helmchen: «Es ist durchaus denkbar, dass sowohl neue Antidepressiva als auch andere chemische Wirkstoffe in Zukunft die Elektrostimulation vollständig ersetzen können.» Es müsse aber auch gesagt werden, dass die Elektrostimulation bei sehr schweren Formen der Depression auch heute noch die wirksamste Behandlungsmethode ist.
Leichte bis mittelschwere Depressionen therapiere man hingegen immer häufiger mit Johanniskrautpräparaten. Nach anfänglicher Skepsis der Ärzte hätten klinische Studien inzwischen gezeigt, dass sie in minderschweren Fällen genauso wirksam sind wie Psychopharmaka. Eine weitere Akut-Therapie bei einem sich anbahnenden Depressionsschub sei der Schlafentzug. Das Medizinerteam Hanfried Helmchen, Ole J. Rafaelsen und Michael Bauer berichtet: «Wir hatten Patienten, die eine beginnende Depression bekämpfen konnten, indem sie sich eine ganze Nacht wach hielten.» Die wissenschaftliche Untersuchung habe ergeben, dass ein vollständiger Schlafentzug die Depression abschwächen oder gar unterbrechen konnte. Bei saisonal auftretenden Depressionen wie der Winterdepression hat die Anwendung von Licht in einer Stärke von 2.500 bis 4.000 Lux antidepressive Wirkung gezeigt. Beide Behandlungsarten können nach Meinung von Helmchen, Rafaelsen und Bauer allerdings nur unterstützend zu anderen antidepressiven Behandlungen eingesetzt werden.
Buchtipp
Hanfried Helmchen, Ole J. Rafaelsen, Michael Bauer: «Depression und Manie: Wege zurück in ein normales Leben»
TRIAS-Verlag, Stuttgart 2001.
(c) ddp 12.04.01
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