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05.01.04
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Depressionen: Verhaltenstherapie wirkt anders im Hirn als Medikamente
Toronto (ddp). Das Gehirn depressiver Patienten spricht auf verschiedene Therapien unterschiedlich an. Nach einer Studie kanadischer Forscher zeigen mit einer Verhaltenstherapie behandelte Patienten andere Hirnmuster als mit Medikamenten therapierte. Die Erkenntnis könnte Ärzten mehr Verständnis dafür bringen, warum eine Therapieform bei manchen Patienten wirkt und bei anderen nicht, schreiben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift «Archives of General Psychiatry» (Januar-Ausgabe).
Antidepressiva ändern das chemische Gleichgewicht im Gehirn. Sie beeinflussen damit chemische Prozesse in Gehirnregionen, in denen tief liegende emotionale Prozesse ablaufen und verändern so das bewusste Denken. Dagegen greift eine Verhaltenstherapie in diesen Kreislauf von der entgegengesetzten Seite ein: Die Patienten lernen, das bewusste Denken zu verändern, um negative Gedanken zu verringern. Dadurch werden im Idealfall tiefer liegende Hirnfunktionen verändert.
In ihrer Studie konnten Helen Meyberg von der Universität Toronto und ihre Kollegen zeigen, dass sich die beiden Ansätze auch tatsächlich in unterschiedlichen Hirnmustern äußern. Sie untersuchten mit einer Positronen-Emissions-Tomographie (PET) die Gehirnaktivität von 14 depressiven Patienten, die mithilfe einer Verhaltenstherapie behandelt worden waren.
Die Verhaltenstherapie beeinflusst zwar viele Hirnareale, die auch durch eine Medikamententherapie verändert werden, jedoch genau entgegengesetzt. Antidepressiva setzen den Blutfluss in tief liegenden Regionen herab, in denen emotionale Prozesse ablaufen und regen ihn in Regionen an, in denen das bewusste Denken abläuft. Bei den Patienten nach einer Verhaltenstherapie ist dagegen der Stoffwechsel in den Arealen bewussten Denkens gedämpft und der in emotionalen Arealen gesteigert.
Ein Hirnscan könnte künftig möglicherweise entscheidende Hinweise auf die optimale Behandlung liefern, vermuten die Forscher. So könnten Ärzte bereits im Vorfeld absehen, welche Patienten auf welche Therapie besser ansprechen.
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ddp
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