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20:41 Uhr
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Berlin (ddp-bln). Der neue Vorstandsvorsitzende der "Charite - Berliner Hochschulmedizin", Detlev Ganten, ist überzeugt, dass es im Jahre 2010 noch immer vier Standorte der fusionierten Charité geben werde. "Kostensenkung und bessere Wirtschaftlichkeit lassen sich auch auf andere Weise als durch Standortschließungen erreichen", sagte er dem "Tagesspiegel" (Freitagausgabe). Entlassungen unter den derzeit 15 000 Charité-Beschäftigten könnten unter Umständen vermieden werden. "Ich denke, dass die medizinische Versorgung und die Forschung nicht schrumpfen sondern ausgebaut werden", sagte Ganten. Es könne aber sein, dass völlig neue Arbeitsfelder entstehen oder Mitarbeiter in ausgegründeten Firmen weiterarbeiten. Er fordere von den Beschäftigten "persönliche Mobilität".
Ganten war am Donnerstag von Wissenschaftssenator Thomas Flierl (PDS) in sein neues Amt eingeführt worden, das er zum 16. Februar übernimmt. Derzeit ist er noch Chef des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin Berlin-Buch.
Ganten möchte an der Charité auch alternativen Heilmethoden eine Chance geben. Er sei zwar klassischer Schulmediziner, aber die stoße manchmal an ihre Grenzen. "Es würde mich freuen, wenn zum Beispiel die traditionelle chinesische Medizin oder die Methoden eines Pfarrers Kneipp hier eine Heimstatt fänden", sagte Ganten.
Über eine Privatisierung der Krankenversorgung der Universitätsmedizin will er jetzt noch nicht nachdenken. "Im Moment sehe ich da keinen Handlungsbedarf", sagte Ganten. Grundsätzlich habe er aber keine Probleme mit der Privatisierung der Krankenversorgung der Charité. Das Max-Delbrück-Centrum habe Erfahrungen bei der Kooperation mit einem privaten Klinikbetreiber, dem Helios-Konzern, gemacht. Diese Erfahrungen seien alles andere als "abschreckend" gewesen.
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