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Wiesbaden (ddp-swe). In Hessen stehen nur für 3,9 Prozent der Kinder unter drei Jahren Plätze in Kinderkrippen zur Verfügung. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine kleine Anfrage hervor, wie die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Petra Fuhrmann, am Samstag in Wiesbaden mitteilte. Sie bezeichnete diese Bilanz als "miserabel". Auch für Kinder aller Altersgruppen bis zu zwölf Jahren fehlten Ganztagsbetreuungsplätze. "Von einer bedarfsgerechten Versorgung ist Hessen meilenweit entfernt", kritisierte Fuhrmann.
Dramatisch schlecht sei auch die Versorgung von drei- bis sechseinhalbjährigen Kindern und von Schulkindern bis zum zwölften Lebensjahr mit Ganztagsbetreuungsplätzen. Nicht einmal jedes fünfte Kind im Kindergartenalter könne auf einen Tagesplatz hoffen (Versorgungsquote: 18,4 Prozent). Nur für jedes 25. Schulkind bis zwölf Jahren (4,1 Prozent) stehe ein Ganztagsplatz bereit, sagte Fuhrmann.
Angesichts dieser "grottenschlechten" Bilanz sei es unverantwortlich, dass die Landesregierung das Tagesbetreuungsgesetz der Bundesregierung blockiere. Das Land stehle sich aus seiner Verantwortung und überlasse den Kommunen den schwarzen Peter. Die Streichung der Betriebskostenzuschüsse in Höhe von 50 Millionen Euro jährlich habe die dringend notwendige Verbesserung der Betreuungssituation verhindert. "Das Land hat den Kommunen seit 1999 300 Millionen Euro vorenthalten, die für Kinderbetreuung vorgesehen waren", fügte Fuhrmann hinzu.
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