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Von ddp-Korrespondentin Birgit Schlieper
Dortmund (ddp-nrw). Die Arbeitslosenquote liegt bei 70 Prozent und Besserung ist nicht in Sicht. Das ist keine Horrorvision, das ist Realität - und zwar im Dortmunder Gefängnis. Gerade mal 136 der 459 Inhaftierten haben hier einen Job. Das ist bitter für die Männer, die Zeit ohne Ende und nicht selten auch Schulden ohne Ende haben. Doch die steigende Arbeitslosenquote draußen geht nicht spurlos an der Justizvollzuganstalt (JVA) vorüber.
Arbeit wird überall knapp. "Außerdem werden die Tätigkeiten, die die Inhaftierten hier verrichten können, mittlerweile auch oft von Maschinen übernommen oder in Billiglohnländer vergeben", weiß Anstaltsleiterin Reina Bilkslager. Arbeiten, die Fachwissen oder gar teure Maschinen benötigen, können natürlich von den Arbeitswilligen nicht übernommen werden.
"Aber Verpackungstätigkeiten oder Montagearbeiten sind dringend willkommen", unterstreicht Bilkslager. Sie weiß auch um die Vorteile für die Auftraggeber: Die Firmen zahlen lediglich die Arbeit, keinen Urlaub, kein Weihnachtsgeld und auch nicht bei Krankheit. Auch die Lohnkosten sind gering: Zehn Euro pro Stunde erhält der Gefangene. "Und die Männer hier wollen alle dringend Geld verdienen", weiß die Leiterin.
Kaffee, Zigaretten oder auch Schokolade werden nur durch Bares möglich. "Dafür reicht das Anstaltsbudget nicht aus", winkt Reina Bilkslager ab. Sie betont überdies: "Wir freuen uns über alle Aufträge, nicht nur über Massenproduktionen, sondern auch über die Verarbeitung kleinerer Stückzahlen."
Neben dem finanziellen Aspekt steht der soziale und der psychologische Moment. Männer, die eine Arbeit und damit eine Aufgabe haben, sind natürlich ausgeglichener. Das Aggressionspotenzial sinkt.
Mit diesem Problem steht die JVA Dortmund nicht alleine da. Seit Jahren steigt hinter Gittern im ganzen Land die Arbeitslosenquote. Einen besonderen Weg geht da die JVA Attendorn auf dem Gut Ewig. Jedes Jahr kurz vor Weihnachten wird auf einem Basar alles angeboten, was die Insassen in dem Jahr an Holzspielzeug oder anderem Gerät erstellt haben.
Ein Weg, den die Dortmunder JVA aber nicht beschreiten möchte. "Für eine solche Aktion muss das Umfeld stimmen. Allein aus Sicherheitsaspekten wäre das hier nicht zu realisieren", so Reina Bilkslager. Umso mehr hofft sie auf Firmen, die leichte Tätigkeiten an "ihre" Männer geben.
www.jva-dortmund.nrw.de
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