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Berlin (ddp). Die mit der Gesundheitsreform festgelegten Zuzahlungen halten nach Aussage der Ärzteschaft selbst chronisch Kranke vom Gang zum Arzt ab. "Die Zuzahlungen halten viele Patienten davon ab, sich in regelmäßige ärztliche Betreuung zu begeben", sagte Bundesärztekammer-Präsident Jörg-Dietrich Hoppe der "Berliner Zeitung" (Montagausgabe). "Wir wissen, das sich viele Bluthochdruck-Kranke, aber auch Patienten mit Asthma oder Depressionen nicht gleichmäßig mit Medikamenten versorgen und dadurch den Behandlungserfolg gefährden." Dieses Phänomen sei nicht auf sozial Schwache begrenzt. "Das geht bis in die Mittelschicht hinein", sagte Hoppe.
Der Ärztepräsident beklagte, dass die Politik die Prioritäten im Gesundheitssystem zunehmend in Richtung Geld verschiebt. "Das Geld ist der Mittelpunkt des Gesundheitswesens", sagte er. "Wir tanzen um das goldene Kalb. So will es die Politik. Und ich befürchte, die Patienten haben das Ausmaß dieser Entwicklung noch gar nicht begriffen." Hoppe warnte eindringlich vor weiteren Einsparungen im Leistungsbereich. "Die Sparzitrone Gesundheitswesen ist längst ausgepresst", unterstrich er. "Jede Einsparung wird zu einer Leistungsverringerung und damit zu einer schlechteren Versorgung der Patienten führen. Das wäre ethisch nicht zu vertreten."
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