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Mainz (ddp-swe). Wissenschaftler eines neuen Forschungsprojekts der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz wollen in den nächsten Jahren die Auswirkungen der Genforschung für die Bekämpfung von Krankheiten und die Gesundheitsvorsorge untersuchen. Das für drei Jahre angelegte Projekt "Public Health Genetics: Development, Conception, Normative Evaluation" ist das derzeit einzige Projekt, das sich mit den sozialen, ethischen und rechtlichen Auswirkungen der Erforschung des menschlichen Erbguts befasst, sagte der Leiter des für die Führung zuständigen Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin an der Universität Mainz, Norbert W. Paul, am Montag in der Landeshauptstadt. Es ist Teil des 2001 gegründeten Nationalen Genomforschungsnetzes (NGFN).
Paul betonte, das Projekt soll zeigen, unter welchen Voraussetzungen bestimmte Ergebnisse der Genomforschung in Maßnahmen einer besseren bundesweiten Gesundheitsversorgung verarbeitet werden können. Breit angewendete genetische Test- und Diagnoseverfahren unter anderem für Krebs-, Herz oder Bluterkrankungen, bei denen genetische Ursachen mitverantwortlich sind, sollen auf ihren Nutzen und ihr Risiko untersucht und daraus ihr Beitrag für Prävention und Gesundheitsförderung abgeleitet und bewertet werden, unterstrich Paul.
Die Bewertung orientiere sich an den sozialen Grundwerten der Gesellschaft, wie Gleichheit und Selbstbestimmung. Ab 2008 soll es in Mainz ein "Nationales Ressourcenzentrum" geben, dass der Öffentlichkeit und Experten ausführliche Informationen bieten soll.
Dem Projekt gehören mehrere Wissenschaftler unter anderem aus Mainz, Berlin, Bonn, Göttingen und München sowie ein Theologe, ein Philosoph und ein Soziologe an. Für die kommenden drei Jahren stehen insgesamt 380 000 Euro zur Verfügung.
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