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Berlin (ddp-bln). Der Bundesverband der Gästeführer in Deutschland (BVGD) sieht durch Ein-Euro-Jobs im Rahmen der "Hartz IV"-Gesetze Gefahren für den eigenen Berufsstand. In zahlreichen Bundesländern würden Kommunen und Jobcenter auf Empfehlung der Bundesagentur für Arbeit (BA) Langzeitarbeitslosen bereits Jobs als Gästeführer anbieten, kritisierte Wolther von Kieseritzky, Mitglied des BVGD-Bundesvorstandes und Vorsitzender des Vereins Berlin Guide, am Donnerstag in Berlin.
Die Einrichtung solcher Ein-Euro-Jobs - die sich zum Beispiel in Berlin "Stadterklärer", in Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg "Tourismusbetreuer" nennen sollen - sei alarmierend. Nach den Richtlinien der BA müssen derartige Jobs "zusätzlich" und "im öffentlichen Interesse" sein, betonte Kieseritzky. Beides sei bei den vorliegenden Angeboten nicht der Fall. Der Beruf des Gästeführers existiere bereits an allen Orten, bundesweit gebe es mehr als 7000 selbstständig tätige Gästeführer. Das Vorgehen der Arbeitsagenturen und Jobcenter stelle deshalb eine existenzielle Bedrohung dieser Berufsgruppe dar, deren Auftragslage ohnehin saisonalen Schwankungen unterliege.
Die Betreuung und Führung von Touristen durch Arbeitskräfte, die dafür nicht oder nur unzureichend ausgebildet sind, sei darüber hinaus nicht im öffentlichen Interesse, so der BVGD-Vorstand. Gästeführer seien Botschafter ihrer Region, die Tätigkeit kein Freizeitjob, der ohne fundierte Ausbildung mit Prüfung und kontinuierliche Fortbildung ausgeübt werden könne. Eine unqualifizierte Gästebetreuung schade letztendlich dem Ruf der Stadt und somit auch der touristischen und wirtschaftlichen Entwicklung. Angesichts des hohen Standards der Touristenbetreuung in anderen europäischen Ländern drohe Deutschland zur negativen Ausnahme zu werden. Der BVGD fordert deshalb den sofortigen Stopp von Ein-Euro-Job-Angeboten im Bereich der Gästebetreuung und die Verteidigung der anerkannt hohen Qualitätsstandards, mit denen viele Städte und Tourismusregionen werben.
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