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13:13 Uhr
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Von Peter Leveringhaus
Wiesbaden/Würzburg (ddp). In Deutschland gibt es immer weniger Suizide. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Dienstag sank die Zahl der Selbsttötungen in den vergangenen 20 Jahren um 40,3 Prozent von 18 711 Fällen im Jahr 1982 auf 11 163 im Jahr 2002. Nach Ansicht von Experten ist der Rückgang überwiegend ein Erfolg verbesserter Aufklärung und Präventionsarbeit. Dennoch bestehe angesichts von immer noch mehr als 11 000 Fällen von Selbsttötungen im Jahr "kein Grund zur Selbstzufriedenheit", sagte der Vorsitzende des Nationalen Suizid Präventions Programms für Deutschland, Armin Schmidtke.
Der Psychologe verwies darauf, dass es beispielsweise in der Gruppe der Frauen über 60 Jahre immer noch ein statistisch deutlich erhöhtes Suizidrisiko gebe. Gerade in diesem Bereich müssten die Anstrengungen weiter verstärkt werden. Dass therapeutische Maßnahmen und Betreuungen gut funktionierten, zeigten die Zahlen aus den neuen Bundesländer. Trotz der dort vergleichsweise schwierigeren Arbeitsmarktsituation ginge die Zahl der Suizide dort erkennbar zurück. "Auch verzweifelte Menschen fassen dort wieder Mut, wenn sie fachliche Unterstützung bekommen", sagte Schmidtke.
Der Experte betonte in diesem Zusammenhang, dass die Berichterstattung der Medien über Suizide prinzipiell richtig sei. Allerdings müsse sie sachlich erfolgen und dürfe keineswegs reißerisch sein. Der Wüzburger Suizidforscher kritisierte zudem, dass die Problematik immer noch zu oft verschwiegen werde. "Es ist ein immer noch verbreiteter Fehler, Selbsttötungsgefährdete zu ignorieren oder sie nicht ernst zu nehmen." Der Erfolg deutschlandweiter Kompetenznetze, die Versorgung mit Telefonseelsorgen sowie eine umfassendere Fachausbildung von Ärzten belegten, dass das Ansprechen der Problematik viel sinnvoller sei.
Statistisch ging die Zahl der durch Suizid Verstorbenen nicht nur absolut zurück, sondern auch im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung. Waren es im Jahre 1982 noch 23 Personen je 100 000 Einwohner, gab es 20 Jahre später mit 12 Personen je 100 000 Einwohner deutlich weniger Fälle.
Fast drei von vier Suizidopfern sind Männer. Im Vergleichszeitraum stieg ihr Anteil von 65,6 Prozent auf 72,6 Prozent. Das Durchschnittsalter aller Suizidopfer stieg zwischen 1982 und 2002 um 3 auf 54,4 Jahre, wobei 2002 die Männer mit 52,6 Jahren deutlich jünger als die Frauen (59,1 Jahre) waren.
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