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Chemnitz (ddp). Das Handwerk hat vor einer weiteren Ausweitung der Ein-Euro-Jobs gewarnt. Schon jetzt würden in den Kommunen immer mehr reguläre Investitionen zur gemeinnützigen Arbeit erklärt, bei denen Arbeiter in staatlich subventionierten Ein-Euro-Jobs zum Einsatz kämen, sagte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Otto Kentzler, der Chemnitzer "Freien Presse" (Montagausgabe) laut Vorabbericht. Eine derartige Arbeitsplatzvernichtung gehe voll zu Lasten der mittelständischen Unternehmen.
Inzwischen bestehe die Gefahr, dass daraus eine Welle werde, "die wir dann kaum noch beherrschen", sagte Kentzler. Es gebe bereits einen dramatischen Rückgang bei den Bauinvestitionen. So hätten sich allein in den neuen Ländern die Ausgaben dafür von rund acht Milliarden Euro 1993 bis heute nahezu halbiert.
Nach Einschätzung des Handwerkspräsidenten verschlingen die meisten arbeitsmarktpolitischen Instrumente zwar Milliardensummen, erreichten aber in den wenigsten Fällen ihr Ziel, die Erwerbslosen dauerhaft auf dem ersten Arbeitsmarkt wieder einzugliedern. Das gelte sowohl für die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen als auch für die Ein-Euro-Jobs oder die die Ich-AG. "Das sind Irrwege der Arbeitsmarktpolitik", kritisierte Kentzler. Für mehr Beschäftigung wäre es besser, die Fördergelder massiv zu kürzen und den so gewonnenen finanziellen Spielraum zur sofortigen Senkung des Beitrages für die Arbeitslosenversicherung zu nutzen. Bei der Bundesagentur müsse wieder die Vermittlung in den Mittelpunkt gestellt werden. Gleichzeitig sollten den Kommunen Mittel zum Ausbau der Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden, um verstärkt Aufträge an das regionale Handwerk vergeben zu können.
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