|
|
Hamburg (ddp). Politiker aller Parteien sind empört über die Entgleisungen des FDP-Politikers und Vorsitzenden der "Jungen Liberalen" (JuLis), Jan Dittrich. Wie die "Bild"-Zeitung (Freitagausgabe) berichtet, hatte Dittrich in der Diskussion um den Armutsbericht der Bundesregierung zugespitzt formuliert: "Alte, gebt den Löffel ab!" Nach seiner Auffassung lebten in Deutschland die Senioren auf Kosten der jungen Generation.
Bundessozialministerin Ulla Schmidt (SPD) reagierte schockiert: "Das ist eine Verhöhnung alter Menschen, die unser Land aufgebaut haben." Solche Jungpolitiker dürften "weder Macht noch Einfluss bei uns bekommen". Ex-Arbeitsminister Norbert Blüm (CDU) betonte: "Der soll sich um seine fehlenden Tassen im Schrank kümmern, bevor er die Löffel der Alten fordert." Auch Blüm-Nachfolger Walter Riester (SPD) hält den Vorstoß des FDP-Jungpolitikers für unverantwortlich. Riester sagte: "In Dittrichs Alter hatte ich schon zwölf Jahre Akkord als Fliesenleger hinter mir." Er vergifte das Klima zwischen Jung und Alt.
Nach Ansicht des Präsidenten beim Sozialverband VdK, Walter Hirrlinger, ist Dittrichs Wortwahl "völlig inakzeptabel und verkörpert die Masche der jungen Wohlstandsbürger". Auch FDP-Chef Guido Westerwelle reagierte der Zeitung zufolge entsetzt. Das Blatt zitiert Vertraute mit seiner Reaktion: "Die Wortwahl ist geschmacklos!"
Dittrich selbst rechtfertigte sich in einer Erklärung. Die junge Generation könne nicht gleichzeitig ihren Lebensunterhalt verdienen, für die Rente der Senioren aufkommen und privat für die eigene Zukunft vorsorgen. "Es wird Zeit, dass die Alten von ihrem Tafelsilber etwas abgeben - einen Löffel oder besser gleich ein paar davon", sagte Dittrich.
|
|