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13:46 Uhr
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Von André Klohn
Hildesheim (ddp). Vier in Untersuchungshaft sitzenden Hildesheimer Schüler haben die monatelange Misshandlung eines 17-jährigen Mitschülers gestanden. Insgesamt bestehe gegen neun der zwölf Schüler einer Hildesheimer Berufsschule der Tatverdacht der gefährlichen Körperverletzung, sagte eine Sprecherin des niedersächsischen Justizministeriums am Mittwoch. Unterdessen hat sich der Anfangsverdacht gegen einen Lehrer bislang nicht erhärtet. Es habe zwar Hinweise gegeben, dass eine Lehrkraft von den Misshandlungen des jungen Mannes gewusst haben könnte, dies habe sich bislang jedoch nicht bestätigt, sagte Oberstaatsanwalt Bernd Seemann. "Wir ermitteln mit Hochdruck weiter." Derzeit würden Zeugenaussagen und Bildmaterial ausgewertet.
Zum Gesundheitszustand des misshandelten Schülers wollte der Oberstaatsanwalt aus Gründen des Opferschutzes keine näheren Angaben machen. Der junge Mann werde psychologisch betreut, es sei Kontakt zu einer örtlichen Opferschutzorganisation hergestellt worden, sagte Seemann. Derzeit gebe es keine Anhaltspunkte dafür, dass der Berufsschüler dauerhafte Gesundheitsschäden davontragen werde. Daher werde auch nicht wegen schwerer Körperverletzung ermittelt, wie teilweise in Medienberichten behauptet worden sei, sagte Seemann.
Die vier Jugendlichen, zwei Russlanddeutsche, ein Türke und ein Deutscher im Alter von 16 beziehungsweise 17 Jahren, sollen von September 2003 an mehr als vier Monate lang einen Mitschüler regelmäßig verprügelt haben. Unter anderem stülpten sie ihm einen Metalleimer auf den Kopf und prügelten dann mit Fäusten und Knüppeln darauf. Die Klasse soll dabei tatenlos zugesehen haben. Das Opfer musste sich zudem ausziehen und seinen mit Wundmalen übersäten Körper vor laufender Videokamera zeigen. Der Film sollte offenbar im Internet verkauft werden.
Am Montag hatte die Polizei eine komplette Klasse der Werner-von-Siemens-Schule in Hildesheim abgeführt und als Zeugen verhört. Zuvor hatten die Ermittler Computer sowie Video- und Bildmaterial beschlagnahmt. Die Vorfälle waren durch beiläufige Bemerkungen von Schülern gegenüber der Sozialpädagogin der Berufsschule bekannt geworden.
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