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London (ddp). Japanischen Forschern ist es gelungen, die für Alzheimer typischen Proteinplaques im Gehirn lebender Mäuse sichtbar zu machen. Dazu entwickelten die Wissenschaftler eine Substanz, die nicht nur ein deutliches Signal in einem Magnetfeld erzeugt, sondern sich auch speziell an die Plaques anlagert. Wurde den Mäusen dieser Stoff verabreicht, waren die Ablagerungen in einer Magnetresonanztomographie-Untersuchung problemlos nachweisbar. Das berichten Makoto Higuchi vom RIKEN-Forschungsinstitut in Saitoma und seine Kollegen in der Fachzeitschrift "Nature Neuroscience" (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1038/nn1422).
Bis heute ist eine frühe Diagnose der Alzheimer-Krankheit sehr problematisch, da die Frühsymptome der Demenz-Erkrankung auch bei anderen Krankheiten auftreten können. Ist die Demenz schließlich so weit fortgeschritten, dass die typischen Wesensveränderungen eine relativ sichere Diagnose ermöglichen, ist meist bereits ein Teil des Gehirngewebes zerstört. Die endgültige Sicherheit gibt erst die Untersuchung des Gewebes nach dem Tod des Patienten. Wissenschaftler suchen daher intensiv nach einer Methode, mit der sie die Krankheit möglichst früh entdecken können, so dass eine vorbeugende Behandlung noch Wirkung zeigt.
Ein charakteristisches Merkmal der Krankheit ist die Ablagerung von Proteinklumpen im Gehirn, den so genannten Amyloid-beta-Plaques. Diese Eiweißklumpen bilden sich in den meisten Fällen schon Jahre bevor der Betroffene die ersten Symptome verspürt. Eine Methode, mit der sich die Plaques sichtbar machen lassen, wäre daher für eine Früherkennung der Krankheit gut geeignet.
Ein erster Schritt zur Entwicklung einer solchen Methode ist Higuchi und seinen Kollegen nun gelungen. Die von ihnen entwickelte Substanz wirkt bereits in so geringen Mengen, dass sie keine giftigen Nebenwirkungen verursacht. Wird sie in eine Vene gespritzt, wandert sie mit dem Blutkreislauf ins Gehirn und überwindet dabei problemlos die so genannte Blut-Hirn-Schranke, die den Transport von Substanzen aus dem Blut ins Gehirn kontrolliert. Nachgewiesen werden die markierten Plaques dann mit herkömmlichen Magnetresonanztomographen, wie sie bereits in vielen Kliniken existieren.
Ob die Methode auch beim Menschen angewendet werden kann, können die Forscher bislang noch nicht sagen. Da die sie sich bei den Mäusen jedoch als empfindlich, sehr genau, unschädlich und insgesamt kostengünstig erwiesen hat, sei das Verfahren auch für den Menschen vielversprechend, schreiben die Wissenschaftler. Durch Veränderungen der Substanz wollen sie nun die Empfindlichkeit und die Verträglichkeit weiter verbessern.
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