|
17:13 Uhr
|
Von Thorsten Severin
Berlin (ddp). Die Qualität der Behandlung in deutschen Krankenhäusern soll grundlegend verbessert werden. Die Spitzenverbände von Krankenkassen und Krankenhäusern, die Bundesärztekammer und der Deutsche Pflegerat stellten hierzu am Mittwoch in Berlin zwei neue Instrumente vor. Ab 2005 muss jedes Krankenhaus regelmäßig einen strukturierten Qualitätsbericht veröffentlichen. Außerdem wurde festgelegt, in welcher Menge von den Kliniken Leistungen erbracht werden müssen, um eine bestimmte Qualität zu gewährleisten.
Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Jörg Robbers, sprach von einem "wichtigen Meilenstein" zur Fortentwicklung der Qualitätssicherung. Ziel sei es, Ärzten und Patienten "objektive Informationen" über Leistungen, Vergütungen und Qualitätsmanagement zugänglich zu machen. Die Hospitäler, die sich nicht beteiligten, würden durch "Vergütungskürzungen" bestraft.
Darüber hinaus führte die Selbstverwaltung Mindestmengen für eine Reihe "planbarer Leistungen" ein. Damit soll dem Grundsatz Rechnung getragen werden, dass die Menge der erbrachten Leistungen die Qualität positiv beeinflusst, weil das jeweilige Krankenhaus etwa über mehr Erfahrung verfügt. Die Liste umfasst Leber- und Nierentransplantationen, komplexe Eingriffe an Speiseröhre und Bauchspeicheldrüse sowie Stammzellentransplantationen. Unterschreitet ein Hospital die erforderliche Mindestmenge pro Jahr, darf es diese Leistung künftig nicht mehr erbringen, betonte Krankenkassenvertreter Werner Gerdelmann. Der Katalog soll stetig weiterentwickelt werden.
Gerdelmann kündigte an, dass die neuen Qualitätsdaten ab 2005 im Internet für jeden zugänglich und auch über die Krankenkassen zu erhalten sein werden.
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) würdigte die Arbeit der Selbstverwaltung. Mit den strukturierten Qualitätsberichten werde für alle Interessierte erkennbar, "in welchem Umfang medizinische und pflegerische Qualitätsziele erreicht und wie Versorgungsprobleme in den Krankenhäusern bewältigt werden".
Es werde zudem deutlich, an welchen Qualitätssicherungsmaßnahmen sich die einzelnen Kliniken beteiligen. Patienten, Krankenkassen und Ärzte könnten so die Leistungsfähigkeit und die Qualität der einzelnen Krankenhäuser vergleichen. Schmidt verwies darauf, dass die Kassen künftig auch Empfehlungen abgeben könnten. Der Gesundheitsstandort Deutschland könne mit den neuen Instrumenten "weltweit führend" werden.
Vorgestellt wurde am Mittwoch von den beteiligten Verbänden zudem der Qualitätsreport der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung (BQS). Darin wurden 20 Prozent aller Krankenhausleistungen analysiert und bewertet. Die Spannweite zwischen den besten und den schlechtesten Ergebnissen war mit Raten zwischen 6,7 und 100 Prozent allerdings "sehr hoch", sagte BQS-Bundesgeschäftsführer Volker D. Mohr.
Die Ergebnisse sind unter www.bqs-outcome.de nachzulesen.
|
|