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Osnabrück (ddp). Die Gesundheitsreform belastet nach Berechnungen des Sozialverbands Deutschland (SoVD) Kranke und Pflegebedürftige mit zusätzlich 50 bis 150 Euro im Monat - chronisch Kranke noch stärker. In einem Interview der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (21.03.2005) forderte SoVD-Präsident Adolf Bauer deshalb als Sofortmaßnahme die Wiedereinführung einer Härtefallregelung. Sie müsse Geringverdiener von allen Zuzahlungen befreien - auch bei Brillen, Zahnersatz und Fahrtkosten.
Bauer warnte, der wegen der Mehrkosten weit verbreitete Verzicht auf Behandlungen führe zu mehr Leid für Kranke und zu erheblich höheren Kosten für die Kassen. Deshalb sollten die finanziellen Anfangserfolge der Reform nicht überbewertet werden. Damit widersprach er der positiven Bilanz, die Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) und die Union ein Jahr nach der Reform gezogen hatten. Mit ihren Lobreden betrieben sie Schönfärberei, sagte Bauer.
Der Präsident wies auch die Behauptung der SPD-Ministerin zurück, die Bürger hätten sich mit der Reform arrangiert. Die Menschen seien entmutigt "und deshalb verstummen sie", meinte Bauer. Die Konstrukteure der Reform verschlössen die Augen vor den gravierenden negativen sozialen und medizinischen Auswirkungen und richteten den Blick einseitig auf den Milliardenüberschuss der Kassen.
Ausdrücklich lobte Bauer dagegen die von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) angekündigten Elemente einer Pflegereform. Dazu gehören Verbesserungen für Demenzkranke sowie eine Aufwertung der häuslichen Pflege. Dafür sei sein Verband auch bereit, Kürzungen bei der Heimpflege zu akzeptieren, sagte der Präsident. Gegen eine Pflegereform ohne Qualitätsverbesserungen werde der Verband allerdings Widerstand leisten.
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