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07.01.04
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Vorlesungen für Kinder an der Humboldt-Uni
Übernächste Studentengeneration erobert den Campus
Von ddp-Korrespondentin Claudia Stäuble
Berlin (ddp-bln). "Warum?" - Diese vom wissbegierigen Nachwuchs oft gestellte Frage kostet viele Eltern Nerven. An der Kinderuni der Humboldt-Universität zu Berlin (HU), die am Donnerstag Premiere feiert, sind neugierige Nachfragen jedoch ausdrücklich erwünscht. In acht Vorlesungen können Grundschüler altersgerecht in die Wissenschaft eintauchen und den Uni-Betrieb kennen lernen. Dabei erfahren sie zum Beispiel auch, was ein akademisches Viertel ist und wie eine Lehrveranstaltung im großen Hörsaal, dem Audimax, abläuft.
"Die Humboldt-Kinder-Uni ist nicht nur für Hochbegabte und Überflieger gedacht", betont HU-Sprecherin Zappe. Teilnehmen könnten alle Berliner und Brandenburger Schüler im Alter von 6 bis 13 Jahren, auch und gerade jene aus eher "bildungsfernen Schichten". "Der Forschungsdrang ist bei allen Kindern in diesem Alter am größten", ist sich die 38-Jährige sicher. Deshalb rechne sie mit vielen gespannten Zuhörern. Auch ihre neunjährige Tochter und ihr siebenjähriger Sohn wollen dabei sein. "Für die Dozenten wird es sicher genauso spannend", sagt Zappe.
Den Professoren wurden kindgerechte Themen passend zu ihrem Fachgebiet vorgeschlagen, erläutert ihre Kollegin Anke Assig. "Die ausgewählten Natur- und Geisteswissenschaftler können den jungen Studenten Inhalte spannend vermitteln", ist Assig überzeugt. Dabei wird dann auch schon einmal ein Papierflieger zum Düsenjet. Den Anfang macht Philosophie-Professor Volker Gerhardt. Er will in der ersten Vorlesung die Frage "Warum wollen wir eigentlich etwas wissen?" beantworten.
"Man kann von einem Grundschüler natürlich nicht erwarten, dass er sich danach spontan für ein späteres Studium entscheidet", schränkt Assig ein. Das Uni-Erlebnis könne jedoch einen bleibenden Eindruck hinterlassen. "Wir wollen die Lust am Lernen wecken und erhalten", fügt die 27-Jährige hinzu. Kindern, die nicht aus Akademiker-Familien stammen, solle außerdem die Schwellenangst genommen werden. Dazu dienen auch die Workshops im Weddinger Kindermuseum Labyrinth, die die Vorlesungen begleiten.
"Gerade im Zuge der Kürzungsdebatten ist allen Beteiligten die Zukunft der Kinder wichtig, denn sie sind die Studierenden von übermorgen", sagt die Referentin. Das Thema Bildung im Grundschulalter sei generell ein "heißes Eisen". Bereits im Vorfeld habe es eine große positive Resonanz gegeben. Die Idee sei dabei aber nicht neu, bereits im Sommer 2002 habe die erste Universität für Kinder in Tübingen ihre Türen geöffnet. Bevor es an der Humboldt-Uni losgehen konnte, mussten zunächst Gelder eingeworben und passende Kooperationspartner gefunden werden, berichtet Zappe.
800 Kinder passen in das HU-Audimax. "Mehr als die Hälfte der Sitzplätze für die erste Vorlesung ist schon reserviert", sagt Assig. Viele Schulklassen hätten sich angemeldet. Jede Vorlesung dauere 45 Minuten, am Ende könnten sich die jungen Studenten einen Stempel für ihr Studienbuch abholen. Vorher wird aber erst mal auf die Tische geklopft. Denn dass nach einer Vorlesung nicht geklatscht wird, wissen die Hobby-Akademiker dann sicher schon.
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ddp
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