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Von Susanne Wächter
Düsseldorf (ddp-nrw). Um Kunstfehler in der Medizin noch effektiver zu verhindern, ist vor Kurzem in Düsseldorf das Aktionsbündnis "Patientensicherheit" ins Leben gerufen worden. Zudem setzen die Mediziner in der Landeshauptstadt verstärkt auf ein Fehlermanagement, um die Qualität in der Ausbildung der Ärzte zu verbessern.
Nach aktuellen internationalen Untersuchungen müssen fünf bis zehn Prozent aller Klinikpatienten nicht allein wegen der Erkrankung behandelt werden, heißt es bei der AOK in Bonn. Sie seien zusätzlich von Behandlungs- oder Pflegefehlern während ihres Klinikaufenthaltes betroffen. In Deutschland fehlen solche Ergebnisse bislang allerdings.
"Das Thema der Fehler in der Medizin und Pflege wird traditionell tabuisiert", erklärt Jörg Lauterberg vom AOK-Bundesverband und Mitglied im Aktionsbündnis. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass es pro Jahr bis zu 40 000 medizinische Behandlungsfehler in Deutschland gibt. Eine Statistik existiert nicht. Das Aktionsbündnis will nun die Patientensicherheit mit Ansätzen aus der Wissenschaft und der Fehleranalyse sowie Kommunikationsforschung verbinden. Auch eine Erfassung begangener Fehler soll es künftig geben.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) ist diesbezüglich aktiv. So hat die Vereinigung Mitte April ein computerbasiertes System zur Erkennung und Dokumentation von Fehlern in der ärztlichen Behandlung eingeführt. "Indem der Arzt Fehler rechtzeitig erkennt, können die Ursachen ermittelt werden und so künftig entstehende Fehler vermieden werden", lautet die Begründung von KBV-Vorstand Andreas Köhler.
Die Idee, die dahinter steht: Um aus Fehlern zu lernen, muss man sie nicht zwangsläufig selber begehen. Auf der Website www.cirsmedical.ch/kbv/ können Ärzte ab sofort Fehler, die ihnen unterlaufen, anonym dokumentieren. Eine Rückverfolgung ist unmöglich, versichert auch Jörg Lauterberg. Ein Fehlerforum speziell für Hausärzte ist unter www.jeder-fehler-zaehlt.de eingerichtet worden.
Ein weiterer Meilenstein in Richtung Patientensicherheit wird vor allem in der Ausbildung gelegt. So dient seit knapp einem halben Jahr der Patient Danis in Düsseldorf als "Versuchskaninchen" und Weiterbildungsopfer. Danis ist aus Gummi, lebensgroß und in seinen Reaktionen dem Menschen völlig identisch. Er hat sogar Adern aus Gummi, ein Skelett, Muskeln, einen aktiven Herz-Kreislauf-Mechanismus und ein elektronisches Gehirn. Im Fachjargon nennt man Danis auch einen Full Scale Simulator, einer der alles kann.
"Auf dem OP-Tisch reagiert er wie ein in Narkose gelegter Patient", versichert Olaf Picker, Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie am Düsseldorfer Universitätsklinikum. Es ist ein Simulator für Ärzte. So wie ihn Piloten schon immer haben, um das Fliegen nicht nur zu lernen sondern auch Gefahrensituationen besser einschätzen zu können. Gefahrensituationen gibt es auch im OP genug. So lernen angehende wie auch gestandene Ärzte Narkosetechniken und unterschiedliche Szenarien von Narkose-Zwischenfällen.
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