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Leipzig (ddp-lsc). Rechtsextreme Einstellungen erreichen in Deutschland zunehmend die gebildeten Schichten. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Universität Leipzig, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Vor allem die so genannten Modernisierungsverlierer stimmten häufiger rassistischen und antisemitischen Parolen zu als dies früher der Fall gewesen sei, resümierte der Leiter der Studie, Elmar Brähler. "Der Rechtsextremismus klettert nach oben", sagte er.
Einer der Gründe scheine zu sein, dass durch die wirtschaftliche Krise und den strukturellen Umbau des Sozialstaates nun auch der Mittelstand von Deklassierung bedroht sei. "Rechtsextremismus und Antisemitismus scheinen stabile Einstellungsmuster zu sein, die bei sozialen Krisen aus der Latenz treten", schätzt der Leipziger Psychologe und Studienmitarbeiter Oliver Decker das Untersuchungsergebnis ein.
Laut Studie, für die 2473 Deutsche aller Alters- und Bildungsschichten befragt wurden, stimmt insgesamt ein Viertel der Bevölkerung ausländerfeindlichen Aussagen ausdrücklich zu. Der Satz "Die Bundesrepublik ist durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet" fand sogar die Zustimmung von 38 Prozent der Befragten.
www.uni-leipzig.de
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