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Potsdam (ddp-lbg). Die Hartz-IV-Reform verschlechtert einem Zeitungsbericht zufolge die wirtschaftliche Situation der niedergelassenen Ärzte in Brandenburg. Dies könne zugleich den ohnehin schon vorherrschenden Ärztemangel im Land verschärfen, warnte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Brandenburg, Hans-Joachim Helming, in der Zeitung "Potsdamer Neueste Nachrichten" (Mittwochausgabe). Damit die medizinische Versorgung in den neuen Bundesländern aber flächendeckend geleistet werden kann, forderte Helming ein 700-Millionen-Euro-Sofortprogramm des Bundes.
Die Ärzte müssten hohe Einkommensverluste hinnehmen, da viele Empfänger des Arbeitslosengeldes (ALG) II nur noch über Familienmitglieder mitversichert seien und daher im Prinzip kostenlos behandelt werden müssten, sagte Helming dem Blatt. Dadurch verzeichneten die Brandenburger Arzt-Praxen im ersten Quartal 2005 bereits mehr als drei Millionen Euro Verluste. Diese Entwicklung könne der letzte Anstoß zur Aufgabe einer Praxis werden. Der Brandenburger KV-Chef rechnet damit, dass in drei bis vier Jahren etwa die Hälfte der Ärzte in der Mark ihre Praxen schließen. Schon heute fänden sich kaum noch Nachfolger.
Bei der AOK Brandenburg waren nach Angaben der Zeitung durch "Hartz IV" zum Jahreswechsel 20 648 Versicherte aus der eigenen gesetzlichen Krankenversicherung in den Status eines Mitversicherten gewechselt. Bei den Betriebs-, Innungs- und Ersatzkassen kamen noch einmal mehr als 23 500 Mitversicherte hinzu.
Laut Helming haben die Mediziner in den neuen Bundesländern im Schnitt 36 Prozent mehr Behandlungen als ihre Kollegen in den alten Ländern. "Und das bei nur 76 Prozent der Honorare", ergänzte Helming. Brandenburg habe bundesweit die ältesten Patienten und die geringste Arztdichte. Im Durchschnitt kämen in Deutschland 156 Vertragsärzte auf 100 000 Einwohner. In Brandenburg seien es nur 122.
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