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(mk). Einen Blick über den Tellerrand bisheriger zeitgeschichtlicher Erkenntnisse möchte die Universität Kassel in Zusammenarbeit mit dem Museum Auschwitz Birkenau im heutigen Oswiecim und dem bundesdeutschen Auswärtigen Amt werfen. Geplant ist eine umfangreiche Chronik-Reportage des Konzentrationslagers Auschwitz, die auf Berichten und Bekenntnissen von Zeugen der Ereignisse beruht. Dabei werden die Berichte von Lagerhäftlingen den Bekenntnissen von SS-Leuten gegenübergestellt.
Studenten, Akademiker und Journalisten "studieren" hierfür direkt vor Ort über dreitausend Akten mit Berichten von ehemaligen Lagerhäftlingen in Auschwitz-Birkenau. Ebenfalls untersucht werden bislang nicht beachtete Dokumente in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem und im Holocaust-Museum in Washington.
Aus diesem Projekt sind vielerlei Teilprojekte entstanden, die vor allem auch einen Bezug zu Auschwitz in den Nachfolgegenerationen zu beleuchten suchen. Eines davon ist das Fotoprojekt "Europa nach Auschwitz", in dem Magda Rybak und Pawel Sawicki aus Warschau den Alltag in der Gedenkstätte Auschwitz heute einfangen. Sie halten auf Fotos fest, wie sich die Besucher der Gedenkstätte benehmen, welches angemessene oder unangemessene Verhalten sie an den Tag legen, welche "Andenken" die Besucher hinterlassen und ob sich polnische, deutsche oder israelische Besucher voneinander unterscheiden.
Das gemeinsame Projekt wurde im Herbst 2004 gestartet.
Erste Einblicke finden sich unter http://www.chronik-reportage.de/.
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