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26.08.2005



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25.08.

Wohlfahrtsverband: Jedes siebte Kind lebt in Armut

ddp

Berlin/Schwerin (ddp-nrd). Jedes siebte Kind in Deutschland lebt in Armut. Dies geht aus einer Untersuchung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes hervor, die Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider am Donnerstag in Berlin vorstellte. Der drastische Anstieg der Kinderarmut sei auf "Hartz IV" zurückzuführen.

Nach dem Bericht leben derzeit 1,5 Millionen Kinder in Armut, die Dunkelziffer liege sogar bei 1,7 Millionen. Ende 2004 seien es noch 965 000 Kinder gewesen. Dabei gebe es bundesweit große Unterschiede. Während im Westen 12,4 Prozent der Kinder einkommensarm seien, liege die Quote im Osten bei 23,7 Prozent. Ganz oben auf der Liste aller Bundesländer stehe Berlin mit 29,9 Prozent, in Bayern seien es nur 6,2 Prozent. In einzelnen deutschen Städten lebten bis zu 35 Prozent der Kinder in Armut. In Schwerin sind es den Angaben zufolge 34,3 Prozent.

"Diese Situation nimmt den Kindern Zukunftschancen", sagte Schneider. Durch "Hartz IV" habe die Kinderarmut in Deutschland "quasi über Nacht" eine neue historische Dimension erreicht. Arme Kinder seien vom Gemeinschaftsleben "faktisch ausgeschlossen". Schneider warnte vor unabsehbaren Folgen für Gesellschaft und Gemeinwesen. Langfristige Konzepte seien nicht ausreichend. Kinder, die heute in Armut leben, bräuchten die Lösungen jetzt.

Von der Bundesregierung forderte er die Anregung einer öffentlichen Diskussion und die Erhöhung des Arbeitslosengeldes II. Außerdem müsse die "völlig überzogene Pauschalisierung" bei der Bedarfsermittlung zurückgenommen werden. Leider zeige keine Partei in ihrem Wahlprogramm zufriedenstellende Lösungen.


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