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(naps/rh). "Immer mehr entwickelt sich der Psychomarkt zu einem gefährlichen Gelände. Das lässt sich nicht mehr aussitzen", erklärte Vorsitzende Irene Norberger vom Landesverband Thüringen der Angehörigen psychisch Kranker e.V. (LApK) der Redaktion Lichtblick. Nach ihrer Ansicht besteht zu den "Heilsversprechen" in der Psycho-, Heiler- und Esotherik-Szene ein großer Aufklärungsbedarf. "Ein Blick in Zeitungen, Zeitschriften und Fernsehen zeigt, dass immer mehr fragwürdige 'Heiler' ihre Therapie für psychisch Kranke anbieten. Betroffene und Angehörige sind verunsichert", betonte die Vorsitzende. Zweifelhafte Angebote tauchen auch am Rande etablierter Psychotherapiemethoden auf, wie Ingo Heinemann vom Bundesverband Sekten- und Psychomarktberatung e.V. (AGPF) informiert.
Aufgrund dieser Entwicklungen bereitet der LApK Thüringen unter dem Arbeitstitel "Psychosen und Psychotherapie - therapeutische Intervention, oder Markt der Möglichkeiten?" für den 8. Mai 2004 eine Tagung in Stadtroda vor. Zu dieser hat der gastgebende Angehörigenverband den Thüringer Minister für Soziales, Familie und Gesundheit, Dr. Klaus Zeh, eingeladen. Von renommierten Experten liegen bereits erste Zusagen vor, u.a. von Colin Goldner, Leiter des "Forum Kritische Psychologie e.V." (München). Goldner ist Klinischer Psychologe und Wissenschaftsjournalist. Auch wird der Psychologie-Professor Klaus Weber (Fachhochschule München) erwartet. Beide stellen sich dem Thema: "Psychomarkt und seine Heilsversprechen".
"Therapie hat mit Krankheit und Gesundheit zu tun, aber auch mit Erwartungen an die Therapeuten. Wir erwarten eine Therapie auf der Grundlage der modernen wissenschaftlichen Medizin", erklärte Irene Norberger und verwies darauf, "dass auch ein Psychiater über die 'Standards der heutigen Therapie in der Psychiatrie' aufklären wird". Eva Straub, Vorsitzende des Landesverbandes Bayern der Angehörigen psychisch Kranker, setzt sich kritisch mit der Frage "Therapie ohne Angehörige? auseinander. Zugleich legt sie dar, welche Hilfen Angehörige erwarten.
Die Moderation übernimmt Dr. Manuela Richter-Werling, Koordinatorin vom "Irrsinnig Menschlich" e.V. - Verein für Öffentlichkeitsarbeit in der Psychiatrie. Der Veranstalter richtet sich mit diesem Thema an Angehörige, aber auch Betroffene und psychiatrisch Tätige. Diskussionen sind ausdrücklich erwünscht, heißt es in der Vorankündigung.
Veranstalter: Landesverband Thüringen der Angehörigen psychisch Kranker e.V.
Bahnhofstraße 1a, 07641 Stadtroda, Tel./Fax (036428) 5 62 18
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