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GEW lehnt Einsätze zur Sprachförderung ab - Bezirk weist Kritik zurück
Von Christina Schultze
Berlin (ddp-bln). Um den richtigen Umgang mit Ein-Euro-Jobs ist erneut heftiger Streit entbrannt. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisierte Pläne des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg zum Einsatz arbeitsloser Akademiker für die Sprachförderung in Kitas scharf. Es sei "absolut unzulässig und rechtswidrig", die frühkindliche Sprachförderung durch Ein-Euro-Kräfte zum "Nulltarif" abzudecken, sagte am Dienstag GEW-Landeschefin Rose-Marie Seggelke. Dagegen wiesen die Bildungsverwaltung und der Bezirk die Kritik zurück.
Nach GEW-Angaben will der Bezirk rund 20 arbeitslose Erzieher, Lehrer und Sozialpädagogen für die Sprachförderung in Kitas einsetzen. Selbst die sehr weit gefasste so genannte Positiv-Liste des Senats lasse dies nicht zu, sagte Seggelke. Die Sprachförderung sei eine "eindeutige gesetzliche Pflichtaufgabe". Dafür müssten die arbeitslosen Akademiker in regulären Arbeitsverhältnissen eingestellt werden. Zugleich forderte die GEW-Landeschefin endlich "wirksame Kontrollmechanismen" bei Ein-Euro-Jobs. Dabei habe der Senat bisher "völlig versagt".
Nach den gesetzlichen Vorgaben müssen Ein-Euro-Jobs gemeinnützig und zusätzlich sein, um nicht reguläre Arbeitsplätze zu verdrängen. Über die Auslegung der Vorschriften gibt es jedoch immer wieder Auseinandersetzungen. Sie konnten offenbar auch durch eine Positiv-Liste nicht beigelegt werden, in der der Senat gemeinsam mit der Wirtschaft und den Gewerkschaften mögliche Einsatzfelder aufgelistet hat.
Die zusätzlichen Kräfte seien nicht selbst mit der Sprachförderung betraut, sagte Bezirksjugendstadträtin Sigrid Klebba (SPD). Ihre Aufgabe sei es, die Erzieherinnen als persönliche Assistenten bei der Vorbereitung, Durchführung und Dokumentation der Sprachförderung zu unterstützen. Zugleich sollen sie Erzieherinnen schulen. Entsprechende Projekte in Kitas von Spandau und Tempelhof-Schöneberg seien seit Monaten erfolgreich.
Auch die Senatsbildungsverwaltung hat keine Einwände gegen den Einsatz der betroffenen Akademiker. Die Behörde sei zwar für die Vergabe von Ein-Euro-Jobs nicht zuständig, die Aufgaben entsprächen aber den rechtlichen Vorgaben, sagte ein Sprecher. Die Wirtschaftsverwaltung habe dies geprüft. Es sei gut, wenn Kinder eine zusätzliche Sprachförderung erhalten, sagte der Sprecher der Bildungsverwaltung. Zugleich bekämen die arbeitslosen Akademiker damit die Chance, sich zu qualifizieren.
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