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15.10.2005



Übersicht "Meldung vom Tage" (Oktober 2005)



14.10.

Staatsanwaltschaft prüft Schuldfähigkeit der Mutter nach Brand
Akten von Jugendamt sollen ausgewertet werden

ddp

Von Stefan Weißenborn

Rostock (ddp-nrd). Nach dem Tod dreier Kleinkinder bei einem Wohnungsbrand in Rostock soll nun die Schuldfähigkeit der 31 Jahre alten Mutter überprüft werden. Erkenntnisse des Jugendamtes über die Frau sollen anhand entsprechender Unterlagen in die Ermittlungen einbezogen werden, wie Oberstaatsanwalt Peter Lückemann am Freitag sagte. Er stellte zugleich klar, dass gegen das Jugendamt selbst keine Ermittlungen laufen.

Sollte die Akteneinsicht nicht ausreichen, schloss Lückemann nicht aus, dass ein psychologisches Gutachten über die Frau erstellt wird. Er betonte, dass es derzeit keine Anzeichen für ein Fehlverhalten des Jugendamtes in diesem Fall gibt.

Wie die "Schweriner Volkszeitung" (Freitagausgabe) unter Berufung auf das Jugendamt berichtete, sollen Probleme der arbeitslosen Mutter mit der Erziehung und Versorgung ihrer drei Kinder seit März 2002 bekannt gewesen sein. Der Frau sei eine Familienpflegerin an die Seite gestellt worden; die Stadt habe für alle drei Kinder Ganztagsplätze in einer Kindertagesstätte zur Verfügung gestellt.

Es müsse allerdings auch geprüft werden, ob eine Handlungspflicht des Amtes bestand und ob die Kinder nicht eine "Komplettbetreuung" hätten bekommen müssen. Gegen die allein erziehende Mutter ermittelt die Anklagebehörde wegen des Verdachts auf fahrlässige Brandstiftung in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung.

Bei dem Schwelbrand in der Nacht zu Donnerstag waren drei schlafende Mädchen - ein dreieinhalbjähriges Zwillingspaar und seine eineinhalb Jahre alte Schwester - mit hoher Wahrscheinlichkeit an Rauchgasen erstickt. Der Brand war durch ein brennendes Teelicht ausgelöst worden, das die Mutter angezündet hatte, damit sich die Kinder nicht ängstigten. Danach hatte die Frau die Wohnung für einen Gaststättenbesuch für gut drei Stunden verlassen. Bei ihrer Heimkehr fand sie die Kinder leblos vor.


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