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Hamburg (ddp). In den Streit um aktive Sterbehilfe in Deutschland hat sich jetzt auch Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) eingeschaltet. Nach einem Vorabbericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel" vom Samstag sprach sich Zypries gegen die von Hamburgs Justizsenator Roger Kusch (CDU) vorgeschlagene Legalisierung aus. "Mit dieser Auffassung steht Herr Kusch ziemlich isoliert da", sagte Zypries dem Magazin.
"Abgesehen davon, dass eine solche Debatte in Deutschland historisch belastet ist, entspricht sie auch nicht den Bedürfnissen der Menschen", sagte die Ministerin weiter. Die meisten Betroffenen hätten Angst vor großen Schmerzen, aber die müsse schon nach geltendem Recht niemand durchleiden: "Es gibt ja Schmerztherapien."
Sie wolle zwar keine moralischen Kategorien anlegen, sagte Zypries. "Aber wenn Herr Kusch von Alzheimerkranken redet, die dann getötet werden könnten, halte ich das für inakzeptabel. Es kann nicht sein, dass andere über den Tod eines Menschen entscheiden, der das selbst nicht mehr kann", betonte die Ministerin. Auch mit einer Patientenverfügung, über die in der kommenden Legislaturperiode erneut eine Debatte geführt werden müsse, könne man nicht um aktive Tötung bitten.
Kusch hatte in einem Zeitungsbeitrag dafür plädiert, den Paragrafen 216 des Strafgesetzbuches zu ändern, der Tötung auf Verlangen unter Strafe stellt. Verantwortungsvolle, mitfühlende Sterbehilfe sei für ihn kein Verstoß gegen humane Grundwerte, sondern ein Gebot christlicher Nächstenliebe, hatte der 51-Jährige in dem Beitrag betont. Kusch hatte mit seiner Forderung bundesweit Proteste ausgelöst.
Dazu:
Proteste gegen Kuschs Unterstützung für aktive Sterbehilfe
Kardinal Wetter ruft zum Widerstand gegen Sterbehilfe auf
Mehrheit der Deutschen für Palliativmedizin
FDP fordert Parlamentsdebatte über aktive Sterbehilfe
Dignitas will einfacheren Zugang zu Gift für Sterbehilfe
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