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München (ddp). Tropenmediziner halten die weit verbreitete Angst vor der Vogelgrippe bei Reisen nach Südostasien für völlig überzogen. Die Chance, mit einer Gelbsucht nach Hause zu kommen, sei um ein Vielfaches größer, schätzt Professor Thomas Löscher, Leiter des Tropeninstituts München, ein.
Hepatitis A - die so genannte Reisegelbsucht - ist in Südostasien aufgrund der teilweise schlechten hygienischen Bedingungen weit verbreitet. "Beim Verzehr von rohen Fischgerichten, Salaten oder Früchten, die mit verseuchtem Wasser in Kontakt gekommen sind, droht die Gefahr einer Ansteckung. Tausende von Touristen können sich so jeden Tag beim Essen im Urlaub anstecken", betont der Tropenmediziner. Dagegen könne die Infektionsgefahr mit dem Vogelgrippevirus vernachlässigt werden, denn dazu sei ein direkter Kontakt mit infiziertem Geflügel notwendig - und selbst dann sei eine Ansteckung extrem selten.
Auch vor Infektionen mit den noch gefährlicheren Hepatitis-B- Erregern, die durch kleinste Mengen an Körperflüssigkeiten wie Blut oder Sperma von Mensch zu Mensch weitergegeben werden, warnen die Experten. Ansteckungen mit Hepatitis B gehören in Südostasien laut Löscher zu den häufigsten lebensgefährlichen Infektionskrankheiten. In manchen Ländern der Region kämen etwa 60 Prozent der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens mit dem Virus in Kontakt. Diese sehr gefährliche Form der Leberentzündung kann zur Schrumpfleber und auch zu Leberkrebs führen.
Jeder Urlauber, der in Gebiete fährt, in denen Hepatitis A oder B häufig vorkommen, sollte sich vorsorglich impfen lassen. Das gilt nicht nur für Reisende nach Südostasien", empfiehlt Professor Hans-Dieter Nothdurft vom Tropeninstitut. Eine Kombinationsimpfung biete einen sicheren Schutz vor beiden Infektionskrankheiten.
Weitere Informationen zu Hepatitis A und B sowie aktuelle Informationen
zur Vogelgrippe finden sich auf der Internetseite http://www.fit-for-travel.de.
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