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24.10.2005



Übersicht "Meldung vom Tage" (Oktober 2005)



21.10.

Depressionen infolge chronischer Leiden werden nur selten behandelt

ddp

Heidelberg (ddp). Chronische Krankheiten sorgen häufig für eine Vielzahl an Folgeerscheinungen im Körper. So leiden 10 bis 20 Prozent aller Patienten, die in Arztpraxen behandelt werden, auch an einer Depression. Doch trotz guter Erfolgsaussichten werde das psychische Problem oft nicht behandelt, teilt das Universitätsklinikum Heidelberg mit. Dies bestätigen Studien einer Arbeitsgruppe um Bernd Löwe, Leitender Oberarzt der Abteilung für Psychosomatik und Allgemeine Klinische Medizin des Klinikums.

Wie stark solche Depressionen die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen, belegt jetzt die Heidelberger Studie. Von knapp 360 Patienten mit einer milden rheumatischen Erkrankung waren den Angaben nach rund 5 Prozent arbeitsunfähig. Kam eine psychische Störung dazu, waren es 17 Prozent. Bei schweren entzündlich-rheumatischen Erkrankungen stieg die Quote der arbeitsunfähigen Patienten von 25 auf 50 Prozent, wenn gleichzeitig eine psychische Störung vorlag. Depressionen seien demnach ein unabhängiger Risikofaktor zur Entwicklung von Arbeitsunfähigkeit. Allerdings zeige die Untersuchung auch, dass nur jeder vierte Patient, der unter Depressionen oder einer Angststörung litt, auch ärztlich behandelt wird.

Eine weitere Studie mit Lungenhochdruck-Patienten untermauert den Zusammenhang zwischen dem Krankheitsgrad und dem Auftreten von Depressionen. Die Heidelberger Wissenschaftler befragten dazu 164 Patienten aus dem gesamten Bundesgebiet. Demnach litten durchschnittlich 35 Prozent an behandlungsbedürftigen psychischen Störungen. Von ihnen befanden sich ebenfalls nur 24 Prozent wegen ihrer psychischen Störungen in Behandlung, heißt es weiter.

Gründe für die vernachlässigte Behandlung sehen die Forscher unter anderem darin, dass viele niedergelassene Ärzte nicht die Kenntnisse und die Zeit hätten, Depressionen zu erkennen. Um dieses Problem zu lösen, haben die Heidelberger Wissenschaftler bereits vor vier Jahren einen Fragebogen entwickelt, mit dessen Hilfe sich psychische Störungen einfach und schnell diagnostizieren lassen. Die jetzt vorgestellte Untersuchung unterstreiche den Nutzen eines solchen Tests. "70 Prozent der depressiven Verstimmungen können mit Psychotherapie und/oder Medikamenten erfolgreich behandelt werden", betont Löwe. "Bei den restlichen 30 Prozent ist in den meisten Fällen zumindest eine Besserung zu erreichen."


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