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24.10.2005



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23.10.

Genveränderung erhöht Risiko für Schizophrenie

ddp

London (ddp). Ein für die Regulierung des Botenstoffs Dopamin im Gehirn verantwortliches Gen ist maßgeblich bei der Entstehung von Schizophrenie bei Kindern und Jugendlichen beteiligt. Das hat ein internationales Forscherteam in einer Studie mit knapp 50 Kindern gezeigt. Jedes dritte Kind, bei denen das Gen auf bestimmte Weise verändert ist, entwickelt eine schizophrene Erkrankung oder eine andere psychische Störung. Ihre Ergebnisse stellen die Forscher um Doron Gothelf von der Universität in Stanford im Fachmagazin "Nature Neuroscience" vor (Online-Vorabveröffentlichung, doi:10.1038/nn1572).

Da Schizophrenie in manchen Familien gehäuft auftritt, vermuten Wissenschaftler schon lange, dass genetische Faktoren bei der psychischen Erkrankung eine Rolle spielen. Welche Gene genau dafür verantwortlich sind und wie sie sich auf die Ausbildung der Krankheit auswirken, ist jedoch bisher nicht bekannt.

Zumindest bei einem genetischen Faktor haben die Forscher um Gothelf den Effekt auf die Entstehung von Schizophrenie nun genauer ausgemacht: Menschen mit einer 22q11.2-Syndrom genannten Veränderung eines bestimmten Gens haben ein stark erhöhtes Risiko, bereits im Kindesalter an Schizophrenie zu erkranken. Der Grund liegt in einem Eiweiß namens COMT, dessen Bauplan in dem bestreffenden Gen hinterlegt ist.

Das Protein COMT spielt beim Abbau des Botenstoffs Dopamin eine wesentliche Rolle, der für die Steuerung vieler Funktionen des Gehirns mitverantwortlich ist. Menschen mit dem 22q11.2-Syndrom können nicht genügend COMT produzieren, weshalb deren Hirnfunktionen gestört sind und sich eine psychische Erkrankung entwickeln kann. So konnten die Forscher bei den Kindern einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Aktivität des Proteins und psychischen Störungen feststellen.

Die Genveränderung sei zwar insgesamt bei nur für fünf Prozent aller an Schizophrenie Erkrankten für die Krankheit verantwortlich, erklären die Forscher. Dennoch könnte das Verständnis dieses Wirkmechanismus helfen, die Entstehung dieser psychischen Krankheit besser zu verstehen und bei betroffenen Patienten noch vor den ersten Symptomen Therapien einzuleiten.


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