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Zwölf Prozent der Kinder verhaltensauffällig
Von Frank Bretschneider
Düsseldorf (ddp-nrw). Schulexperten mahnen eine Stärkung der schulpsychologischen Betreuung in Nordrhein-Westfalen an. Der Betreuungs-Durchschnitt von derzeit 16 Schulen je Schulpsychologe sollte auf 10 bis 12 verbessert werden, forderte der Arbeitskreis Kommunale Schulpsychologie des Städtetages NRW am Montag in Düsseldorf.
Ein Ausbau der Betreuung sei aber nur mit Finanzhilfe des Landes möglich, so die Experten. Städte und Gemeinden, die landesweit 60 kommunale schulpsychologische Beratungsstellen bisher als freiwillige Dienstleistung finanzieren, seien am Ende ihrer Möglichkeiten. Seine Forderungen will der Arbeitskreis auf einer Tagung am Dienstag in Düsseldorf unterstreichen, zu der auch NRW-Bildungsministerin Barbara Sommer (CDU) erwartet wird.
Der durchschnittliche Versorgungsgrad mit Schulpsychologen liegt in NRW derzeit bei 33 Prozent. Das entspricht einem Schulpsychologen je 15 000 Schüler. Insgesamt sind landesweit rund 170 kommunale Schulpsychologen im Einsatz. Die Versorgungsquote ist regional sehr verschieden. In Großstädten wie Düsseldorf und Köln ist sie den Angaben zufolge mit 81 beziehungsweise 86 Prozent mit am höchsten.
"Gemeinsam mit den Lehrkräften und den sozialpädagogischen Fachkräften können die Schulpsychologen bei der Früherkennung und Frühförderung von Entwicklungsdefiziten entscheidende Hinweise geben", begründete der Leiter der Schulpsychologischen Beratungsstelle Düsseldorf, Stefan Drewes, die Forderungen.
Deshalb will der Arbeitskreis vor allem eine gezieltere Förderung für Erstklässler durchsetzen. Jedes Kind bringe unterschiedliche Lernvoraussetzungen mit und sollte am besten schon in der Kindertagesstätte, spätestens aber direkt ab Schulbeginn individuell gefördert werden, sagte der für den Bereich Schule zuständige Dezernent der Stadt Düsseldorf, Burkhard Hintzsche.
Gute Voraussetzungen für die individuelle Förderung sehen die Schulexperten vor allem an den Ganztagsschulen gegeben. Vor diesem Hintergrund wird die von der Schulministerin angekündigte Aufstockung der Lehrerstunden für die Ganztagsschulen als ein "wichtiger Meilenstein" gesehen.
"Wenn wir dann an jeder Schule eine enge Kooperation zwischen Lehrern, sozialpädagogischen Fachkräften und Schulpsychologen bilden, können wir schon sehr früh jedes Kind individuell fördern", erläuterte Drewes. So könne manch späteres Schulversagen vermieden und darüber hinaus könnten besondere Begabungen unterstützt werden.
Nach Angaben von Schulexperten sind zwölf Prozent der Schulanfänger in NRW verhaltensauffällig - wobei darunter doppelt so viele Jungen wie Mädchen sind. Ebenfalls zwölf Prozent haben Rechenprobleme, fünf Prozent starke Lese- und Rechtschreibprobleme.
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