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Washington (ddp). Bei Frauen verändert sich im Laufe des Menstruationszyklus die Aktivität der für die Verarbeitung von Emotionen zuständigen Regionen im Gehirn. Damit werden die Auswirkungen der hormonellen Veränderungen während des Zyklus ausgeglichen, vermuten amerikanische Wissenschaftler. Funktioniert dieser Ausgleich nicht, kann es zu Störungen wie dem Prämenstruellen Syndrom (PMS) kommen. Ihre Studie an einem Dutzend Probandinnen stellen Xenia Protopopescu von der Rockefeller-Universität in New York und ihre Kollegen in der Fachzeitschrift "PNAS" vor (Online-Vorabveröffentlichung, doi: 10.1073/pnas.0502818102).
Die Wissenschaftler untersuchten in ihrer Arbeit mit der so genannten funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRI) die Hirnaktivitäten von zwölf Frauen, die nicht am PMS leiden. Als PMS wird eine Kombination von körperlichen und seelischen Symptomen bezeichnet, die bei Frauen einige Tage vor der Monatsblutung auftreten kann.
Die Forscher zeigten den Probandinnen je 80 Wörter mit negativen, neutralen und positiven Bedeutungen. Jedes Mal, wenn ein Wort fett gedruckt war, mussten die Testpersonen auf einen Knopf drücken, nicht aber, wenn das Wort kursiv geschrieben war. Die Untersuchungen fanden ein bis fünf Tage vor dem Beginn der Monatsblutung sowie acht bis zwölf Tage nach dem ersten Menstruationstag statt. In diesen zwei Zeitabschnitten leiden Frauen mit PMS im Allgemeinen am wenigsten beziehungsweise am meisten unter den Symptomen.
Im Verlauf des Menstruationszyklus nutzen die Probandinnen die verschiedenen Regionen des orbitalen Frontalhirns, das für die Kontrolle von Emotionen zuständig ist, unterschiedlich stark, stellten die Wissenschaftler fest. Die vorderen und mittleren Regionen waren vor der Menstruation verstärkt, nach der Monatsblutung hingegen nur noch schwach aktiv. Die seitlichen Gebiete des orbitalen Frontalhirns hingegen zeigten genau das umgekehrte Muster: Vor der Regel wiesen sie nur eine geringe, nach der Monatsblutung hingegen eine erhöhte Aktivität auf.
Bei den Frauen gleiche diese Verschiebung der Hirnaktivität die Auswirkungen der hormonellen Veränderungen während des Menstruationszyklus aus, vermuten die Forscher. Damit könnten sie trotz der schwankenden Konzentrationen der beiden Hormone Östrogen und Progesteron ein ausgewogenes Gefühlsleben erreichen. Die Ergebnisse könnten helfen, die Grundlagen des Prämenstruellen Syndroms (PMS) künftig besser zu verstehen, bei dem dieses Gleichgewicht gestört ist.
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