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Berlin (ddp). Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) beklagt angesichts zunehmender Gewalt in Deutschland den Rückgang von Obduktionen. Durch die Schließung oder Zusammenlegung rechtsmedizinischer Institute gehe die Zahl ständig zurück. Dadurch blieben immer mehr Tötungsdelikte unentdeckt, sagte der stellvertretende BDK-Bundesvorsitzende Bernd Carstensen in einem ddp-Interview.
Studien zufolge würden in Deutschland jährlich etwa 1200 Tötungsdelikte nicht bemerkt, weil "in vielen Fällen durch Rettungsärzte nur eine oberflächliche Leichenschau" vorgenommen werde. Das habe zur Folge, dass von zwei Tötungen nur ein Fall aufgeklärt werde. Carstensen sagte weiter, "auch viele Hausärzte schauen beim Ausstellen des Totenscheins für einen Patienten, den sie schon viele Jahre kannten, kaum noch auf mögliche andere Todesursachen, wenn sie wissen, dass er ein Herzinfarktrisiko hatte".
Um diesen Missstand zu beseitigen, schlug der BDK-Vize vor, dass beispielsweise ein Rettungsarzt den Tod eines Menschen bescheinige, ein zweiter so genannter Leichenschauarzt die Todesursache feststellen solle. Durch diese Trennung gebe es eine weitaus größere Sicherheit, die wirklichen Folgen eines Todes herauszufinden.
Die Bundesärztekammer wollte sich am Dienstag in Berlin über die Bedeutung der Leichenschau für die Medizin und Kriminalistik äußern.
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