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Berlin (ddp). Die Ärzte-Gewerkschaft Marburger Bund bleibt bei ihrer Forderung nach 30 Prozent mehr Gehalt für Klinikärzte. Die Unterfinanzierung der Kliniken dürfe nicht dazu führen, dass die Leistungsträger der Krankenhäuser "aus dem Land gegrault" würden, sagte der Vorsitzende Frank Ulrich Montgomery am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin". Die Klinikärzte müssten endlich mit ihrem Grundgehalt ein Auskommen haben.
Es sei eine falsche Behauptung, dass das Geld nicht da sei, fügte Montgomery hinzu. Es sei bei den Krankenkassen vorhanden und müsse staatlich finanziert werden. Montgomery forderte ein Umdenken in der Politik. Zuerst müsse das getan werden, was die Politik seit Jahren verweigere, nämlich eine "anständige Gesundheitsreform". Man müsse sich entscheiden, ob man Geld für "viel Schnickschnack" oder für "gute Medizin" ausgeben wolle. Dazu werde eine Gesundheitsreform gebraucht und nicht das "Wischiwaschi" im Koalitionsvertrag.
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) wies die Gehaltsvorstellungen zurück. 30 Prozent seien auf jeden Fall zu viel, die Forderungen seien nicht berechtigt, sagte sie im selben Sender.
Mit Blick auf eine Gesundheitsreform betonte Schmidt, zwei Dinge seien schon beschlossen worden. Ein moderner Sozialstaat könne es sich nicht erlauben, dass irgendjemand ohne Versicherungsschutz sei. Zweitens werde den Menschen, die ihren Krankenversicherungsschutz aus irgendwelchen Gründen verloren hätten, eine Rückkehroption in ihre Krankenkasse eröffnet.
In Düsseldorf beginnt am Mittwoch die weltgrößte Medizin-Fachmesse Medica. Zeitgleich findet der 28. Deutsche Krankenhaustag statt. Er steht unter dem Motto "Krankenhäuser 2006 - Schließung oder Zukunft?".
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