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22.11.2005



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20.11.

Erzbischof Schick: Aktive Sterbehilfe ist "Spiel mit dem Feuer"

ddp

Bamberg (ddp-bay). Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick warnt vor einer Akzeptanz der aktiven Sterbehilfe in Deutschland. Töten auf Verlangen sei "ein Spiel mit dem Feuer", sagte er der Nachrichtenagentur ddp. "Wo macht eine Gesellschaft Halt, und wer legt die Grenze fest - bei alten Menschen, bei Behinderten, bei Menschen mit heute unheilbaren Krankheiten, Querschnittslähmungen, bei Aids-Kranken?", fragte der Erzbischof.

Der Name der seit einigen Wochen auch in Deutschland vertretenen Schweizer Sterbehilfevereinigung "Dignitas" sei ein Etikettenschwindel. "Für das Töten auf Verlangen das Wort dignitas - Würde - zu missbrauchen, muss jedem Christen ein Gräuel sein", betonte Schick. Nicht durch tödliche Medikamente, sondern durch menschliche Zuwendung würden Alte und Kranke menschenwürdig sterben.

Dazu brauche es eine Wende vom "säkularisierten Denken und Verhalten hin zu einem gottorientierten Leben", fügte der Oberhirte hinzu. Der Mensch müsse sich wieder uneingeschränkt als Geschenk erleben. Dann könnten ihn Freude und Zuversicht wieder erfüllen und auch in schweren Stunden tragen. "Die Orientierung auf Gott schafft auch gute tragfähige menschliche Beziehungen für die schweren Stunden des Lebens", sagte der Erzbischof.

"Dignitas" versteht sich eigenen Angaben zufolge als Anwalt für einen "selbstbestimmten Tod". Das Ende September eröffnete Büro der Organisation in Hannover diene jedoch lediglich der Information und Beratung von Schwerkranken. In Deutschland werde es zunächst weder eine Suizidbegleitung noch aktive Freitodhilfe geben.

In so genannten Sterbewohnungen wird in der Schweiz Sterbewilligen das hoch dosierte Schlafmittel Natrium-Pentobarbital zur Verfügung gestellt. Die deutsche Rechtsprechung und das ärztliche Standesrecht verhindern dies in der Bundesrepublik. "Dignitas" klagt jedoch gegen das Verbot vor verschiedenen Gerichten.


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