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Potsdam (ddp-lbg). Die brandenburgische CDU-Landtagsfraktion verlangt zur Sicherung der medizinischen Versorgung eine Bundesratsinitiative der Landesregierung. Ein entsprechender Antrag sei am Dienstag beschlossen worden, sagte Gesundheitsexpertin Roswitha Schier in Potsdam. Mit Hilfe der Bundesratsinitiative sollten die ambulant tätigen Ärzte in die Lage versetzt werden, ihre Praxis wirtschaftlich führen zu können. Zudem sollten geeignete Sofortmaßnahmen gegen den Leerstand von Arztpraxen ergriffen werden. Ferner müssten die Honorarverteilungsverträge auf den tatsächlichen Leistungsbedarf abgestimmt werden, sagte Schier.
Die Expertin wies darauf hin, dass seit der Einführung der neuen Honorarverordnung in diesem Jahr bereits 30 niedergelassene Ärzte ihre Praxis geschlossen hätten. Weitere Schließungen seien zum Jahresbeginn angekündigt. Der zunehmende Ärztemangel beschäftige Brandenburg bereits seit Jahren. Derzeit seien 182 Hausarzt- und 38 Facharztstellen in der Mark unbesetzt. Bis 2010 werde die Hälfte der derzeit noch aktiven Hausärzte wegfallen, da viele von ihnen in den Ruhestand gingen. Dem vor allem auf dem Lande vorherrschenden Ärztemangel könne unter anderem dadurch begegnet werden, dass eine Anstellung von Fachkräften ermöglicht werde. Viele junge Ärzte trauten sich eine Praxisgründung nicht auf Anhieb zu. Ihnen müsse die Chance eingeräumt werden, sich bei einer Anstellung Erfahrungen anzueignen.
Die SPD-Fraktion beschäftigte sich am Dienstag ebenfalls mit dem akuten Ärztemangel. Expertin Martina Münch sieht gravierende Probleme im System. Die Kassenärztliche Vereinigung könne ihren Sicherstellungsauftrag nicht erfüllen. Die Selbstverwaltung der Ärzte funktioniere offenbar nicht. Die Honorarverteilung zwischen den Fachärzten müsse neu geordnet werden. Bei der jetzigen Regelung gebe es Gewinner und Verlierer. Die Kassenärztliche Vereinigung müsse die Honorare so verteilen, dass alle davon leben könnten. Mit dem Antrag des Koalitionspartners CDU hat sich die SPD-Fraktion noch nicht befasst.
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