|
|
Cottbus (ddp-lbg). Das Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus hat Vorwürfe wegen der Überweisung einer schwerstkranken Patientin in ein Pflegeheim zurückgewiesen. Von einem "Absetzen auf der Straße" könne keine Rede sein, sagte Geschäftsführerin Heidrun Grünewald am Freitag. Die 71-jährige Patientin, die nach einem Infarkt auf der Intensivstation betreut wurde, sei "in einem nicht mehr behandlungsfähigen Zustand" gewesen. Deshalb habe ihr Sohn gemeinsam mit dem Sozialdienst des Klinikums entschieden, seine Mutter in das von ihm ausgewählte Pflegeheim zu verlegen.
Die 71-Jährige hatte in dem Heim im Wachkoma gelegen. Nach Angaben der AOK Brandenburg lehnten 16 niedergelassene Ärzte die medizinische Betreuung mit der Begründung ab, dass sie überlastet seien. Vor einer Woche war die Frau verstorben.
Die Ärzte der Intensivstation des Klinikums standen in engem Kontakt mit dem Sohn und der Leitung des Pflegeheims, wie die Geschäftsführerin weiter sagte. Sie hätten medizinische Unterlagen und notwendige Medikamente mitgegeben. Das Geschehen verdeutliche aber, dass die ambulante ärztliche Betreuung in Pflegeheimen im Extremfall nicht immer gesichert sei. Diese Lücke in der gesundheitlichen Versorgung müsse dringend geschlossen werden.
|
|