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Berlin (ddp). Die Bundesregierung will bei überforderten Eltern künftig schneller in die Erziehung eingreifen. "Je früher wir Systeme haben, die sagen: Halt, hier geht etwas nicht in die richtige Richtung!', um so besser", sagte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) der "Welt am Sonntag". Sie reagiert damit auf eine Reihe von Fällen, in denen Kinder in den eigenen Familien zu Tode kamen. Bisher kümmere sich der Staat nicht genügend um Kinder, die auf der Schattenseite des Lebens aufwüchsen.
Künftig sollen Frauenärzte und Beratungsstellen Problemfamilien identifizieren und ihnen kostenlose Unterstützung anbieten. Zehn Millionen Euro sind für die Regierungspläne veranschlagt, mit denen vorwiegend Modellprojekte gefördert werden sollen. Auf Bundesebene soll laut von der Leyen so schnell wie möglich ein Kompetenzzentrum entstehen, das gute Ansätze aus den Ländern und aus Kommunen verknüpft.
So startet im nächsten Jahr ein Modellprojekt in Niedersachsen, dessen bundesweite Einführung die Familienministerin nun prüfen will. In Hannover und sechs Nachbarstädten sollen sozial und finanziell benachteiligte Eltern von der Schwangerschaft bis zur Einschulung ihres ersten Kindes professionell begleitet werden. Der Modellversuch startet im April mit 200 Familien, vor allem mit alleinerziehenden Müttern. Sie sollen ab dem fünften Monat der Schwangerschaft einmal in der Woche Besuch von einer Hebamme, später von einer Familienhelferin bekommen. Auch Beratungsstellen, Frauenärzte oder Mitarbeiter des Jugendamtes sollen eingebunden werden.
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