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03.01.2006



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02.01.

Göttinger Mediziner entwickelt neuartiges Gerät gegen das Schnarchen

ddp

Von ddp-Korrespondentin Alexandra Burck

Göttingen (ddp-nrd). Schnarchen ist ein ebenso unangenehmes wie verbreitetes Übel. Das gilt insbesondere für die Partner von notorischen nächtlichen "Sägern", aber auch für die Betroffenen selbst. Für Abhilfe könnte seit kurzem der elektronische Schnarchschnuller sorgen. Die Idee zu dem Gerät hatte Hals-Nasen-Ohren- und Zahnarzt Wilfried Engelke von der Universitätsklinik Göttingen. Das Gerät kommt derzeit als Weiterentwicklung des bereits seit 2003 in Göttingen verwendeten Schnarchschnullers in der Rhonchopathie-Sprechstunde zum Einsatz.

"Schnarchen entsteht durch unerwünschte Vibrationen im Rachenraum, besonders des Gaumensegels und des Zungengrundes. Besonders bei Rückenlage und herabgesetzter Muskelspannung entstehen die Vibrationen", sagt Engelke, der sich seit seiner Habilitation mit den Funktionen des Mund- und Rachenraumes beschäftigt. Mundatmung und falsche Zungenlage begünstigten die unerwünschten Schwingungen.

Genau hier, bei der Lage der Zunge im Mund, setzt Engelke mit seinem Schnarchschnuller an. "Während des Schluckvorgangs wird mit Hilfe der Zunge im Mund ein Unterdruck bis zu minus 200 Millibar erzeugt. Dieser Unterdruck vermindert die Vibrationen im Rachenraum, wie wir herausgefunden haben", erklärt der Mediziner. Ziel der Anti-Schnarch-Behandlung sei es also, den Unterdruck im Mund der Schnarch-Patienten zu erhalten. "Dafür muss der Patient lernen, die Zunge auch nachts in ihrer optimalen Park-Position am Gaumen hinter den Frontzähnen zu halten", weiß der Arzt.

Dazu entwickelte Engelke den Schnarchschnuller. Es handelt sich dabei um eine halbrunde Kunststoffplatte, die im Mund zwischen Zähne und Lippen geschoben wird. Vorne ist ein etwa daumenbreiter Trichter aufgesetzt, über den eine Membran gespannt ist.

Der Clou bei dem Gerät ist, dass es nicht etwa akut gegen das Schnarchen eingesetzt wird. Vielmehr handele es sich dabei um ein "Fitness-Gerät", mit dem der Patient Zunge, Mund- und Rachenraum trainieren soll, um unerwünschtes "Sägen" dauerhaft zu unterbinden. "Die Patienten sollen sich zwischen zehn Minuten bis zu einer dreiviertel Stunde mit dem Schnuller vor den Spiegel stellen und bestimmte Nuckelbewegungen üben, um im Mund Unterdruck zu erzeugen. Die Membran über dem Trichter zeigt die korrekte Ausführung der Übung an, wenn sie sich nach innen zieht", erklärt der 53-Jährige. Durch die rund vierwöchige Therapie sei bisher bei über 70 Prozent der Patienten eine Besserung oder Beseitigung der Symptome eingetreten, fügt Engelke hinzu.

Eine Weiterentwicklung stellt nun die elektronische Variante dar, bei der ein Messegerät an den herkömmlichen Schnarchschnuller angeschlossen wird. Dieses zeichnet die Intensität der Nuckelbewegungen im Ruhezustand und bei den aktiven Übungen auf. Als elektronisches Diagnose-Gerät soll es den Ärzten bei der Untersuchung der Ursachen für das Schnarchen und bei der Erfolgskontrolle der Behandlung mit dem Schnarch-Schnuller helfen, sagt der Erfinder Engelke. "Mit Hilfe der elektronischen Kontrollfunktion können wir die Diagnose erheblich präzisieren", erklärt der Experte. In einem weiteren Schritt solle das Gerät als "elektronischer Heimtrainer" serienmäßig hergestellt und vom Patienten zu Hause angewandt werden.


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