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Palo Alto (ddp). Wie Frauen auf Alkohol reagieren, wird zumindest teilweise von den Geschlechtshormonen und dem Stadium ihres Menstruationszyklus bestimmt. Das schließen amerikanische Wissenschaftler aus den Ergebnissen einer Studie an Ratten, deren hormoneller Zyklus dem des Menschen ähnelt. Bei weiblichen Ratten war demnach ein Teilaspekt der Alkoholwirkung, der beruhigende Einfluss, deutlich schwächer ausgeprägt als bei ihren männlichen Artgenossen - ein Unterschied, der sich zu Beginn und am Ende des Zyklus noch verstärkte. Über ihre Untersuchung berichten Young May Cha und ihre Kollegen von der Duke-Universität in Durham in der Fachzeitschrift "Alcoholism: Clinical & Experimental Research" (Bd. 30, Nr. 1).
Bei Frauen wirkt Alkohol im Allgemeinen stärker als bei Männern: Sie zeigen schon nach geringeren Mengen deutliche Rauschsymptome und entwickeln auch schneller körperliche Folgeschäden wie Leberzirrhose und Herzprobleme. Aus diesem Grund ist auch die Ansicht weit verbreitet, dass der weibliche Körper prinzipiell empfindlicher auf das Rauschmittel reagiert als der männliche.
Zumindest auf den beruhigenden Einfluss des Alkohols bezogen stimmt diese Annahme wohl nicht, entdeckten die Forscher nun. Zwar hatte das Rauschmittel bei ihren Testratten sowohl auf die weiblichen als auch auf die männlichen Tiere eine dämpfende, beruhigende Wirkung. Der Effekt war jedoch bei den Weibchen bei weitem nicht so ausgeprägt wie bei den Männchen. Auch eine Untersuchung von Gehirngewebe der Tiere bestätigte diesen Befund: Der Alkohol machte die Reaktion der Nervenzellen von Rattenweibchen sehr viel weniger träge als die von Rattenmännchen.
Verantwortlich dafür ist offenbar der weibliche Hormonstatus, zeigten weitere Untersuchungen: Zu bestimmten Zeiten des Zyklus - der so genannten Wachstumsphase zu Beginn und der Sekretionsphase gegen Ende - war der Geschlechtsunterschied deutlich stärker ausgeprägt als zu anderen. Auch konnten die Wissenschaftler bei heranwachsenden Ratten, bei denen der hormonelle Zyklus noch nicht eingesetzt hatte, keinen Unterschied in der beruhigenden Wirkung des Alkohols nachweisen.
Frauen reagieren also nach Ansicht der Forscher nur scheinbar stärker auf Alkohol, weil sie im Durchschnitt kleiner sind als Männer und im Verhältnis einfach mehr Alkohol pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen. Die Wissenschaftler wollen nun genauer untersuchen, welche Hormone oder hormonabhängigen Vorgänge im Körper den beruhigenden Effekt des Rauschmittels beeinflussen.
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