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04.01.2006



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04.01.

Trauer bei Kindern - Eltern sollten Lebenskreisläufe erklären

ddp

Gelsenkirchen (ddp). Der Tod ist Teil des Lebens. Doch in Familien wird das Thema oft ausgeklammert, weil Eltern Leid und Trauer von ihren Kindern fernhalten wollen. Um Todesfälle verarbeiten zu können, sollten Erwachsene ihren Nachwuchs aber so früh wie möglich mit dem Kreislauf des Lebens vertraut machen, rät die Erzieherin und Trauerbegleiterin Mechthild Schroeter-Rupieper.

Etwa ab dem vierten Lebensjahr fangen Kinder an, Fragen zum Tod zu stellen. Um ihnen die Angst vor dem Sterben zu nehmen, können Eltern dem Nachwuchs Hoffnungsbilder mitgeben, empfiehlt die Expertin. "Falls sie selbst nicht gläubig sind, können sie dennoch erzählen, woran andere Menschen glauben - beispielsweise an den Himmel oder die Wiederauferstehung." Kinder würden dann von sich aus Erklärungen suchen, wie das Leben nach dem Tod weitergehen könnte.

Hilfreich seien auch Beispiele aus dem Tierreich, wie das von der Raupe, die sich in einen Schmetterling verwandelt. Oder die Geschichte vom ungeborenen Baby, das sich im Mutterleib nicht vorstellen kann, dass es ohne Nabelschnur leben kann und dass es tatsächlich eine Mutter gibt.

Auch mit Krankheit und Tod in der Familie sollten Eltern offen umgehen, betont Schroeter-Rupieper. Sie sollten die Jüngsten in das Geschehen integrieren und sie fragen, ob sie beispielsweise am Sterbebett dabei sein wollen. "Kinder haben einen natürlichen Selbstschutz und wissen meist selbst, wie viel sie vertragen können", erläutert die Pädagogin. Außerdem sei die Fantasie oft schlimmer als die Realität. Und: "Die Trauer wird mit konkreten Bildern besser verarbeitet."

Auf jeden Fall kann das Kind in die Beerdigungsvorbereitungen mit einbezogen werden, indem es beispielsweise die Trauerfeier mit vorbereitet oder einen Kranzschmuck selbst gestaltet. Schroeter-Rupieper: "Kinder fühlen sich dann ernst genommen und können durch ihr Tun beginnen zu trauern." Eltern oder andere Bezugspersonen sollten außerdem ihre eigene Trauer zeigen. Wenn sie selbst weinen, würden sie damit auch Kindern die "Erlaubnis" geben zu trauern.


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