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Düsseldorf (ddp-nrw). Die Praxis der Zwangseinweisungen in psychiatrische Krankenhäuser in NRW kommt auf den Prüfstand. Das kündigte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Mittwoch in Düsseldorf an. Nach seinen Angaben werden zwischen Rhein und Weser seit Mitte der 90er Jahre jährlich rund 20 000 Menschen gegen ihren Willen in die Psychiatrie eingewiesen, weil sie beispielsweise aufgrund einer schweren psychischen Störung oder Suchterkrankung selbstmordgefährdet sind oder andere Menschen bedrohen.
Laumann begründete den Handlungsbedarf damit, dass die zwangsweise Einweisung in ein psychiatrisches Krankenhaus einen erheblichen Eingriff in die Freiheitsrechte eines Menschen darstelle. Sie müsse die absolute Ausnahme bleiben. Die Kommunen wären gut beraten, ihr Hilfesystem auf mögliche Schwachstellen zu untersuchen und dann notwendige Konsequenzen zu ziehen. Denkbar sei, die Krisenintervention vor Ort weiterzuentwickeln - beispielsweise durch rund um die Uhr ansprechbare Anlaufstellen, sagte der Minister.
Um die Arbeit vor Ort zu unterstützen, hat das Ministerium unter anderem die aktuelle Situation untersuchen lassen und eine Arbeitshilfe für die Kommunen herausgegeben. Der 440-seitige Abschlussbericht zu einem Forschungsprojekt der Uni Siegen (Titel: "Kommunale Gesundheitsberichterstattung über psychiatrische Unterbringungen und Möglichkeiten ihrer Nutzung") ist kostenlos erhältlich beim NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Broschürenstelle, 40 190 Düsseldorf.
Interessierte Kommunen können zusätzlich die Arbeitshilfe anfordern beim Landesinstitut für den öffentlichen Gesundheitsdienst (LÖGD), Postfach 201012, 33 548 Bielefeld. Beide Veröffentlichungen sind auch als pdf-Datei im Internet unter www.mags.nrw.de abrufbar.
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