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Berlin (ddp-nrd). Die Bundesregierung will sich mit ihrer Initiative gegen Kindesmisshandlungen an einem in Niedersachsen geplanten Modellprojekt orientieren. Ab April solle zunächst dort ein System professioneller Familienhilfen aufgebaut werden, sagte ein Sprecher von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) der Nachrichtenagentur ddp am Montag in Berlin. Das Projekt sehe vor, dass speziell ausgebildete Hebammen solche Familien von Neugeborenen aufsuchen können, in denen Beratungsbedarf vorhanden sei. Derartige Hilfsangebote sollen voraussichtlich "ab dem fünften Schwangerschaftsmonat" greifen und durch Betreuung der Familienhilfe "regelmäßig bis zur Einschulung" gelten.
Nach Ministeriumsangaben sollen mit insgesamt zehn Millionen Euro mehrere Modellprojekte vom Bund koordiniert, begleitet und ausgewertet werden. Der Sprecher räumte ein, dass die "Identifizierung" solcher Familien, in denen Kinder misshandelt werden, problematisch sei. Ein System sozialer Hilfsangebote sei aber besser, als mit Methoden eines Überwachungsstaates die Einhaltung der vorgeschriebenen gesundheitlichen Untersuchungen von Kindern zu erzwingen.
Am Montag sorgte ein neuer Fall von Kindesmisshandlung in Kaiserslautern bundesweit für Bestürzung. Dort wurde ein 17 Monate altes Kleinkind offenbar von seiner Mutter und deren Lebensgefährten zu Tode gequält. Die 24-jährige Frau und ihr wegen Gewaltdelikten vorbestrafter 23-jähriger Freund sollen den kleinen Jungen über längere Zeit schwer misshandelt haben.
Bei der Obduktion seien Schwellungen, Blutergüsse und Brandverletzungen gefunden worden. Gestorben sei das Kind in Folge von Atemnot, nachdem es am ersten Weihnachtstag gewaltsam mit Rotkohl vollgestopft worden war. Der Junge sei ins Koma gefallen und am Mittwoch im Krankenhaus gestorben, hieß es. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Körperverletzung mit Todesfolge.
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