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Dortmund (ddp). Die von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) im Streit mit den niedergelassenen Ärzten ins Spiel gebrachte Zahl von 200 000 Euro Umsatz pro Praxis ist nach Darstellung des Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV)lediglich eine Durchschnittszahl. "Das pralle Leben sieht anders aus: Bei den 100 000 Arztpraxen bundesweit haben wir eine Drittelung bei den Nettoeinkommen", sagte KBV-Chef Andreas Köhler den Dortmunder "Ruhr Nachrichten" (Mittwochausgabe). Das untere Drittel müsse mit 1600 bis 2000 Euro monatlich auskommen, ein Drittel seiner Leistungen erbringe der durchschnittliche Arzt umsonst. Daher müsste der Honorartopf von 22 Milliarden Euro um dieses Drittel vergrößert werden.
Ausdrücklich sprach sich Köhler für unterschiedliche Tarife bei den Krankenversicherungen aus. "Wir wollen nicht, dass der 80-Jährige morgen höhere Krankenversicherungsbeiträge zahlt", sagte er. Gerecht und nachhaltig wäre es aber, wenn jede Altersgruppe ihre Krankheitskosten selber finanzierte.
Führende Gesundheitsexperten bewerteten die Klagen der Mediziner indes als "Jammern auf hohem Niveau". Niedergelassene Ärzte hätten im Durchschnitt immer noch das Dreifache eines Normalverdienstes zur Verfügung, sagte Gesundheitsökonom Friedrich Breyer von der Universität Konstanz.
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